4.8.2004, 16:23 Uhr
Amerikas Hirschbullen leben im Winter gefährlich
Im Nordwesten des Yellowstone-Parks stellen Wölfe im Winter gern Wapiti-Hirschen nach. Dabei fallen den Jägern überwiegend männliche Hirsche zum Opfer, haben Forscher der Montana State University beobachtet. Hirschkühe sind offenbar vorsichtiger bei der Futtersuche.
Scott Creel und John Winnie zählten vier Winter lang, wie viele Wapitis den Wölfen in den Wäldern des Yellowstone-Parks zum Opfer fielen. Auf einer Fläche von 125 Quadratkilometern leben nach Beobachtung der Forscher rund 1700 Hirsche, denen zwischen fünf und 15 Wölfe nachstellen.
Die Wölfe erlegen im Winter sechsmal mehr männliche als weibliche Wapitis (Cervus canadensis), berichtet Creel: "Hirsche stehen im Winter vor der Wahl, entweder ihren Hunger zu stillen oder ihr Risiko zu minimieren, den Wölfen zum Opfer zu fallen. Weil Hirschkühe im Körper mehr Fett speichern als Bullen, können sie vorsichtiger handeln und die Wölfe besser meiden."
John Winnie untersucht einen den Wölfen zum Opfer gefallenen Hirsch. Foto: Montana State University
Bisher sei man davon ausgegangen, dass Wölfe den imposanten Geweihen der Hirschbullen eher aus dem Weg gehen würden, ergänzt Winnie, doch diese Annahme müsse mittlerweile revidiert werden. Hirschbullen seien nach den Revierkämpfen des Sommers in schlechter Verfassung, wenn der Winter anbreche. Während der Paarungszeit könnten sie bis zu 100 Pfund Gewicht verlieren. In den Wintermonaten Dezember und Januar bauten die Bullen noch weitere 20 Prozent Körpermasse ab. Diese Schwächung verschlechtere ihre Chancen, den hungrigen Jägern zu entkommen.
Die Beobachtungen der Forscher werden demnächst im Magazin "Animal Behavior" veröffentlicht.
Forschung: Scott Creel, John Winnie Jr., Dave Christianson, Ken Hamlin, Montana State University / Montana Fish, Wildlife and Parks
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