28.7.2004, 19:01 Uhr
Erdhörnchen warnen sich per Ultraschall
Neben den Fledermäusen setzen auch Erdhörnchen Ultraschallrufe ein. Das konnten zwei kanadische Zoologen jetzt am Beispiel von Columbiazieseln nachweisen. Diese kanadischen Hörnchen verbreiten Warnrufe an Gruppenmitglieder per Ultraschall, berichten die Forscher im Magazin "Nature".
David Wilson und James Hare von der University of Manitoba hatten frei lebende Columbiaziesel (Spermophilus richardsonii) im kanadischen Winnipeg mit der Attrappe eines Raubtieres konfrontiert. Insgesamt zehn Tiere sahen sich dem vermeintlichen Feind gegenüber und warnten ihre jeweilige Sippe. Doch das leise Flüstern, das die Forscher wahrnahmen, konnte unmöglich als Warnruf ausreichen, befanden Wilson und Hare. So kamen sie auf die Idee, nach Geräuschen im Ultraschallbereich zu suchen.
Tatsächlich wurden die Forscher fündig: Die Erdhörnchen produzieren mit kurzen, schwachen Luftausstößen Ultraschallgeräusche um die 50 Kilohertz - also in einer für den Menschen nicht hörbaren Frequenz. Die Entdeckung überrascht, weil von Zieseln auch hörbare Warnrufe bekannt sind. Die Ultraschallrufe werden allerdings gezielter über vergleichsweise kurze Distanzen ausgestoßen. Sie kämen wohl immer dann zum Einsatz, wenn Feinde mithören könnten, vermuten die Forscher.
Forschung: David R. Wilson, James F. Hare, Department of Zoology, University of Manitoba, Winnipeg, Kanada; in "Nature", Vol. 430, No. 6999, 29.7.2004, p 523
Department of Zoology, University of Manitoba
Erdhörnchen
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