5.8.2004, 15:07 Uhr
Marsrover zeigen Alterserscheinungen

Während die zwei Marsrover Höhen und Tiefen des roten Planeten erkunden, machen sich zunehmend Alterserscheinungen bei ihnen bemerkbar. Das zeigt der jüngste Statusbericht der US-Weltraumbehörde NASA. Viele Millionen Kilometer von der nächsten Werkstatt entfernt, reagieren die Roboter unwirsch und büßen an Beweglichkeit ein.

Die Rover "Spirit" und "Opportunity" waren im Januar auf dem Mars gelandet. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass sinkende Temperaturen und Erschöpfung der Batterien gegen Ende des dritten Missionsmonats zu ersten Ausfällen führen würden. Mittlerweile hat Opportunity im Meridiani Planum jedoch Sol 190 erreicht. Spirit, auf der anderen Seite des Planeten im Krater Gusev unterwegs, hat sogar 210 Marstage überstanden.

Mosaikbild der Columbia Hills

Bergpanorama: Spirit-Aufnahmen der 'Columbia Hills'. Bild: NASA/JPL

Erst kürzlich hatte die Missionsleitung über Symptome von "Roboterarthritis" bei Spirit berichtet: Das rechte Vorderrad des Vehikels klemmt, so dass Spirit seitdem auf den restlichen fünf Rädern und im Rückwärtsgang die "Columbia Hills" erkunden muss. Nun trat ein neues Problem auf: Die Aktivierung eines Halbleiterschalters, von dem die Funktion der drei Rover-Spektrometer abhängt, ergab trotz hartnäckiger Wiederholungen lediglich Fehlermeldungen. Jim Erickson vom Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena ist jedoch optimistisch: "Zwar planen wir die einzelnen Operationen nun umso sorgfältiger. Wir gehen jedoch davon aus, dass wir dieses Problem auf relativ einfache Weise beheben können."

Auch Opportunity, derzeit im "Endurance Crater" mit der Analyse tiefer Gesteinsschichten beschäftigt, reagiert neuerdings halsstarrig. Dazu aufgefordert, Aufnahmen mit seiner Mikroskopkamera zu erstellen, hat der Rover ebenfalls mehrfach mit Fehlermeldungen geantwortet. Den Grund vermuten die Ingenieure in einer flexiblen Verkabelung, die entlang des Roboterarms zu der Kamera an dessen Spitze läuft. Bis eine genaue Diagnose vorliegt, wird daher möglichst auf Armbewegungen verzichtet, um die Verkabelung zu schonen. "Zweifelsohne werden künftig weitere Probleme auftreten", so Erickson. Zwar tue man alles, um maximalen Nutzen aus den Marsveteranen zu ziehen, "sie werden jedoch nicht ewig halten."

Roverschatten im Endurance Crater

Opportunity fotografiert ihren eigenen Schatten im 'Endurance Crater'. Bild: NASA/JPL


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