3.8.2004, 10:31 Uhr
Messenger: Merkursonde ist auf dem Weg

Die Merkursonde Messenger ist auf dem Weg zum innersten Planeten des Sonnensystems. Die Sonde startete heute Morgen um 2:15 Uhr Ortszeit von der US-Luftwaffenstation Cape Canaveral ins All. Als Vehikel fungierte eine Trägerrakete vom Typ Boeing Delta II.

Messenger, kurz für "Mercury Surface, Space Environment, Geochemistry, and Ranging", ist seit drei Jahrzehnten die erste Sonde, die den kaum 4.900 Kilometer großen Merkur besuchen soll. Damit sie auf der Reise tief in das Schwerkraftfeld der Sonne nicht zu viel Fahrt aufnimmt und an ihrem Ziel vorbeirast, wird sie - wie ein Skifahrer bei der Abfahrt - regelrecht talwärts "wedeln". Als Wendepunkte dienen ihr dabei die inneren Planeten.

Illustration: Messenger in der Merkurumlaufbahn

Illustration: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

Mehrere Schleifen bringen Messenger im August 2005 noch einmal in die Nähe der Erde und später zweimal in die Nähe der Venus. Beginnend im Januar 2008, wird die Sonde insgesamt drei Vorbeiflüge am Merkur absolvieren, bevor sie im März 2011 nach einer gut acht Milliarden Kilometer langen Reise endgültig in die Umlaufbahn um die kleine Welt einschwenken kann.

Messenger soll zunächst die gesamte Oberfläche des Merkur kartieren und sich schließlich mehrerer wissenschaftlicher Fragestellungen und Rätsel annehmen. Dazu gehören die Geologie des Planeten und die Natur seines Magnetfelds und nicht zuletzt rätselhaftes Material an den Polen des Merkur. Radarbeobachtungen hatten gezeigt, dass es sich dabei um Wassereis handeln könnte - in kaum 58 Millionen Kilometern Entfernung von der Sonne ein unerwarteter Fund.


Forschung: Sean C. Solomon, Department opf Terrestrial Magnetism, Carnegie Institution of Washington, Washington, D.C.; Ralph L. McNutt jr., Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Laurel, Maryland; und andere

WWW:
Messenger-Homepage
Mercury

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