4.11.2004, 11:39 Uhr
Bodenverlust durch Menschen beschleunigt

Menschliche Aktivitäten bewirken eine zehnmal stärkere Bodenerosion als natürliche Prozesse. Das zeigt die Analyse eines amerikanischen Geologen. Auf diese Weise gehe wertvoller Boden für die Nahrungsproduktion verloren, warnt der Forscher auf einer geowissenschaftlichen Fachtagung in Denver.

"Über geologische Zeiträume, sagen wir 500 Millionen Jahre, beträgt die Erosion im Schnitt 20 Meter pro Jahrmillion", so Bruce Wilkinson von der University of Michigan in Ann Arbor. Beispielsweise auf landwirtschaftlich stark beanspruchten Flächen der Vereinigten Staaten liege der Wert jedoch bei 450 Meter pro Million Jahren, in einigen Teilen der Welt sogar deutlich höher.

Weltraumaufnahme der Amazonas-Mündung und ihrer Sedimentwolke

Amazonas-Mündung. Foto: NASA Johnson Space Flight Center

"Unter dem Strich bewegen Menschen zehnmal mehr Sediment als alle natürlichen Prozesse zusammen", so Wilkinson. Für seine Studie nutzte der Forscher Daten über die Verteilung und die Mächtigkeit von Sedimentgesteinen, um daraus die natürliche Erosionsrate abzuschätzen. Menschliche Aktivitäten wie Landwirtschaft, Siedlungs- und Straßenbau können die Wirkung von Wind und Wasser jedoch verstärken.

Letztlich werde so die Balance von Bodenbildung und -abtrag verschoben, gibt Wilkinson zu denken. "Diese Situation ist deshalb besonders kritisch, da die Weltbevölkerung rapide wächst und beinahe die gesamte nutzbare Bodenfläche bereits bestellt wird."


Forschung: Bruce H. Wilkinson, Department of Geological Sciences, University of Michigan, Ann Arbor

Präsentation auf der Jahrestagung der Geological Society of America, Denver

WWW:
Homepage Bruce Wilkinson
Bodenerosion
Der Mensch formt die Erde

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: