4.11.2004, 15:05 Uhr
Die Uhr im Bluterguss

Eine Technik zur Datierung von Blutergüssen entwickeln derzeit norwegische Physiker. Das Verfahren misst, wie stark das unter der Haut ausgetretene Blut bereits abgebaut worden ist. Nach Ansicht der Forscher könnte es bei der Aufklärung von Verletzungen oder Todesfällen gute Dienste leisten.

Blutergüsse entstehen, wenn bei einem Stoß ein Blutgefäß verletzt wird und Blut in das umliegende Gewebe austritt. Indem der Blutfarbstoff Hämoglobin allmählich abgebaut wird, verfärbt sich das Hämatom von rötlich über blau-violett nach gelb-grün und schließlich nach braun. Anhand dieses Farbwechsels können Gerichtsmediziner schätzen, ob die Verletzung wenige Tage oder länger als eine Woche zurückliegt.

Zu unpräzise, sind Lise Randeberg und Lars Svaasand von der Norwegischen technisch-naturwissenschaftlichen Universität in Trondheim überzeugt. Indem sie das von dem Hämatom reflektierte Licht analysieren, wollen sie den Zeitpunkt der Verletzung künftig auf den Tag genau angeben können. Dabei richten sie sich nach der Menge des Bilirubins, eines gelb gefärbten Abbauprodukts des Hämoglobins, in der Haut.

"Per Reflexionsspektroskopie können wir schon nach einem Tag Bilirubin feststellen", erläutert Randeberg. "Nach vier Tagen hat die Bilirubin-Konzentration ihr Maximum erreicht und geht dann langsam wieder zurück." Laut der Forscherin sind entsprechende Messungen einfach und rasch durchführbar und zudem kostengünstig.


Forschung: Lise Lyngsnes Randeberg und Lars Othar Svaasand, Electrooptics Group, Faculty of Information Technology, Mathematics and Electrical Engineering, Norwegian University of Science and Technology, Trondheim

WWW:
Bluterguss
NTNU

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