8.11.2004, 15:18 Uhr
Element 111 heißt "Roentgenium"

Das chemische Element mit der Ordnungszahl 111 hat einen offiziellen Namen. Die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) hat jetzt beschlossen, das Element auf den Namen "Roentgenium" mit dem Symbol "Rg" zu taufen. Damit folgt der Chemikerverband dem Namensvorschlag der Darmstädter Entdecker.

Roentgenium ist derzeit das schwerste Element im Periodensystem, das mit einem Namen versehen ist. Erstmals erzeugt worden war es 1994 von Sigurd Hofmann und seinen Kollegen bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI). Indem die Physiker eine Bismutfolie (Ordnungszahl 83) mit Nickelionen (Ordnungszahl 28) beschossen, gelang es ihnen, drei Atome des neuen Elements zu erzeugen und durch Beobachtung ihres Zerfalls nachzuweisen.

Seither waren die Resultate mehrfach durch unabhängige Experimente bestätigt worden. Daher hatte die IUPAC das Entdeckerteam traditionsgemäß aufgefordert, einen Namensvorschlag einzureichen. Mit Wilhelm Conrad Röntgen haben die Darmstädter Forscher nach Niels Bohr (Bohrium, 107) und Lise Meitner (Meitnerium, 109) nun zum dritten Mal einen Forscher bzw. eine Forscherin im Periodensystem der Elemente verewigt. Auf die gleiche Weise gewürdigt haben sie auch das Land Hessen (Hassium, 108) und Darmstadt selbst (Darmstadtium, 110).

Die Entscheidung zugunsten des Darmstädter Vorschlags war bereits am 1. November gefallen. Mit der offiziellen Bekanntgabe wartete die IUPAC jedoch eine Woche, um an Röntgens Entdeckung der "X-Strahlen" am 8. November 1895 zu erinnern. Derweil harren drei weitere Elemente ihrer endgültigen Benennung: das ebenfalls in Darmstadt erzeugte Element 112 sowie die Elemente 114 und 116.


Forschung: Sigurd Hofmann und andere, Gesellschaft für Schwerionenforschung, Darmstadt

WWW:
GSI
- Die Erzeugung neuer Elemente
IUPAC
- Das "offizielle" Periodensystem der Elemente

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