7.4.2006, 15:03 Uhr
Genaktivität warnt vor Hautkrebs-Metastasen
Welche Gene in einem Tumor abgelesen werden, erlaubt Rückschlüsse auf den Werdegang der Patienten. Das hat eine europäische Forschergruppe ermittelt. Das Aktivitätsmuster von 254 Genen in Melanomzellen zeigt demnach an, ob in den ersten Jahren nach der Behandlung des ursprünglichen Tumors mit Tochtergeschwüren zu rechnen ist.
Die neuen Resultate ermöglichten eine verlässlichere Diagnose und Prognose und damit auch eine bessere Planung für die Zukunft, so die Forscher um Véronique Winnepennickx und Joost van den Oord von der Universität Leuven. Ihre Resultate präsentieren sie im "Journal of the National Cancer Institute".
Hauptauslöser für Melanome, auch bekannt als "schwarzer Hautkrebs", ist ultraviolette Strahlung. Einige Patienten sind nach der Entfernung des primären Geschwürs jahrelang frei von Metastasen, bei anderen treten relativ schnell Tochtergeschwüre auf. Die Forscher bestimmten nun die Menge tausender unterschiedlicher Gen-Abschriften in tiefgefrorenen Melanom-Gewebeproben von 58 Patienten, um mögliche Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen zu finden. Die Resultate überprüften sie dann an Proben von weiteren 176 Melanomen.
Die Analysen ergaben einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Aktivität von 254 Genen und einer mindestens vierjährigen Freiheit von Metastasen. Eine Reihe dieser Gene codiert für Proteine, die an der Replikation der DNA und damit letztlich an der Zellteilung beteiligt sind. Einige sind bereits im Zusammenhang mit anderen Krebsarten aufgefallen und stellen mögliche Angriffspunkte für Medikamente dar. Besonders interessant sind nach Ansicht der Forscher 33 Gene, die die Bildung von Metastasen zu unterdrücken scheinen.
Forschung: Véronique Winnepennickx und Joost J. van den Oord, Department of Morphology and Molecular Pathology, Katholieke Universiteit Leuven; Alain Spatz, Division of Pathology, Institut Gustave-Roussy, Villejuif; und andere
Veröffentlicht in Journal of the National Cancer Institute, Vol. 98(7), pp 472-82, DOI 10.1093/jnci/djj103
WWW:
European Organisation for Research and Treatment of Cancer
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