3.4.2006, 11:34 Uhr
Mediziner: Männliche Wechseljahre sehr selten

Die "Wechseljahre des Mannes" sind möglicherweise weniger verbreitet als mitunter angenommen. Darauf deuten die Erfahrungen finnischer Mediziner hin. Die Forschergruppe musste eine Studie zur Hormonersatztherapie mit Androgenen abbrechen, da sich in einer Stadt mit 170.000 Einwohnern nicht genügend Betroffene fanden.

"Zweifelsohne leiden einige Männer unter niedrigen Testosteronspiegeln", erklärt Antti Perheentupa von der Universität Turku. "Würde mich ein Patient wegen Symptomen einer 'männlichen Menopause' aufsuchen, würde ich ihn aufgrund unserer Resultate jedoch eher auf andere Erkrankungen hin untersuchen, als ihm Testosteron anzubieten."

Perheentupa und Kollegen verschickten Fragebögen an rund 30.000 männliche Einwohner Turkus im Alter von 40 bis 70 Jahren. Etwa 16.000 der Angeschrieben antworteten. Gut 2.500 davon schienen Symptome einer Andropause aufzuweisen, 1.800 stimmten einer Blutabnahme zu. Tatsächlich wiesen 250 dieser Männer deutlich verringerte Testosteronspiegel auf. Nach Ausschluss von Männern mit anderen Erkrankungen, die sich auf den Hormonhaushalt auswirken, blieben 37 potenzielle Studienteilnehmer.

Aus Gründen der statistischen Absicherung wären für die Studie mindestens 200 Betroffene nötig gewesen, erklärte Perheentupa jetzt auf dem Kongress der Society for Endocrinology in Glasgow. "Dies scheint darauf hinzudeuten, dass eine eigenständige Andropause sehr selten ist und keinesfalls so verbreitet, wie die Leute denken."


Forschung: Antti Perheentupa und Ilpo Huhtaniemi, Department of Obsterics & Gynecology und Department of Physiology, University of Turku; und andere

Präsentation auf dem European Congress of Endocrinology, Glasgow; Endocrine Abstracts (2006) 11 S42

WWW:
Research on Male Reproductive Health, University of Turku
Hormondefizite des alternden Mannes

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Viel Testosteron, hohes Risiko für Prostatakrebs

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: