12.4.2006, 11:58 Uhr
2003 UB313 kaum größer als Pluto
Ein mitunter als "zehnter Planet" bezeichnetes Objekt ist deutlich kleiner als zuletzt angenommen. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Astronomen nach der ersten Beobachtung von 2003 UB313 mit dem Weltraumteleskop Hubble. Der Kleinplanet bringt es demnach auf einen Durchmesser von etwa 2.400 Kilometern - kaum 100 Kilometer mehr als Pluto.
Michael Brown vom California Institute of Technology, Pasadena, und seine Kollegen korrigieren damit eine Schätzung von etwa 3.000 Kilometern, die ein deutsch-französisches Astronomenteam erst kürzlich abgegeben hatte. Die neuen Resultate werden demnächst im "Astrophysical Journal" veröffentlicht.
Hubble-Aufnahme von 2003 UB313. Bild: NASA, ESA, and M. Brown (California Institute of Technology)
Brown und Kollegen hatten 2003 UB313 im Oktober 2003 entdeckt. Derzeit etwa 14,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, bedeckt das eisige Objekt kaum zwei Bildpunkte in der Optik des Weltraumteleskops. Den Forschern genügten die Daten jedoch, um auf Größe und Oberflächeneigenschaften zu schließen. Ähnlich frisch gefallenem Schnee, reflektiert 2003 UB313 demnach gut 86 Prozent des einfallenden Sonnenlichts.
Das einzige Objekt im Sonnensystem mit einer höheren Albedo ist der von jungem Wassereis bedeckte Saturnmond Enceladus. Im Fall von 2003 UB313 tippen Brown und Kollegen dagegen auf Methanfrost. Dieser könne auf eine Atmosphäre zurückgehen, die auf der elliptischen Bahn des Objekts um die Sonne im Wechsel gefriere und wieder auftaue, so die Forscher. Eine alternative Erklärung sei, dass ständig Methan aus dem Inneren von 2003 UB313 austrete.
Die Forscher wollen nun herausfinden, ob andere Objekte in den Außenbezirken des Sonnensystems ähnliche Eigenschaften wie 2003 UB313 aufweisen. Derweil warten sie, ob die Internationale Astronomische Union den von ihnen eingereichten Namensvorschlag annimmt oder nicht. Gleichzeitig befasst sich eine Arbeitsgruppe der IAU mit der Frage, wie künftig Planeten von Kleinplaneten unterschieden werden sollen.
Forschung: Michael E. Brown, Division of Geological and Planetary Sciences, California Institute of Technology, Pasadena; Chad A. Trujillo, Gemini Observatory, Hilo, Hawaii; und andere
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