6.4.2006, 20:13 Uhr
Blau beringte Riesen
In den Ringsystemen von Saturn und Uranus finden sich sehr ähnliche Außenseiter, berichtet eine amerikanische Astronomengruppe im Magazin "Science". Die äußersten Ringe beider Planeten weisen eine ungewöhnlich bläuliche Färbung auf - und in beiden Fällen könnte ein kleiner Mond nicht ganz unschuldig an dem Phänomen sein.
"Die blaue Farbe verrät uns, dass diese Ringe überwiegend aus Partikeln mit Durchmessern unterhalb eines Mikrometers bestehen, sehr viel kleiner als das Material in den meisten anderen, eher rötlichen Ringen", erklärt Imke de Pater von der University of California in Berkeley. Das Material stamme möglicherweise von den in den Ringen liegenden Monden - Mab im Falle des Uranus und Enceladus im Falle des Saturn.
Während der R2-Ring dort ist, wo er sein sollte, lässt sich der R1-Ring selbst bei Überlagerung mehrerer Aufnahmen nicht sichtbar machen - sehr wohl dagegen die innerhalb des Rings gelegenen Monde Puck, Rosalind und Juliet. Bild: Fig. 1 from de Pater, Hammel, Gibbard, and Showalter, 2006. Science, April 7
De Pater und Kollegen nutzten eines der großen Keck-Teleskope auf Hawaii, um die erst kürzlich entdeckten Uranusringe R1 und R2 zu beobachten. Zu ihrer Verblüffung war der äußerste Ring, R1, im Infrarotbereich beim besten Willen nicht auffindbar. Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble im sichtbaren und vor allem im kurzwelligen blauen Licht zeigen ihn dagegen relativ deutlich. Ähnliche optische Eigenschaften weist der E-Ring des Saturn auf.
Erst kürzlich war entdeckt worden, dass Enceladus Wasser- bzw. Eispartikel ausstößt und so möglicherweise erst den E-Ring erzeugt. Möglicherweise könnten sich die feinsten dieser Partikel im Ring besonders gut ausbreiten und so dessen Farbe dominieren, so die Astronomen, indem eine Kombination von Schwerkrafteffekten, elektromagnetischen Kräften und Strahlungsdruck auf sie einwirke.
Zwar sei geologische Aktivität im Falle des nur wenige Kilometer großen Mab ausgeschlossen. In diesem Fall könnte das Material jedoch auf Einschläge auf dem offenbar von Wassereis bedeckten Winzling zurückgehen, vermuten de Pater und Kollegen. Die auf die Partikel im R1-Ring wirkenden Kräfte könnten dann sehr ähnlich denen im E-Ring des Saturn sein. Dies erscheine umso plausibler, als beide Ringe einen ähnlichen Abstand zu ihrem jeweiligen Planeten hielten, nämlich knapp das Vierfache von dessen Radius.
Forschung: Imke de Pater, Astronomy Department, University of California, Berkeley; Heidi B. Hammel, Space Science Institute, Boulder, Colorado; Seran G. Gibbard, Lawrence Livermore National Laboratory, Livermore, Kalifornien; Mark R. Showalter, SETI Institute, Mountain View, Kalifornien
Veröffentlichung Science, Vol. 312, 7. April 2006, pp 92-4, DOI 10.1126/science.1125110
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Homepage Imke de Pater
Uranus
Additional Moons and Rings Around Uranus
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Turbulente Zeiten auf Uranus
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