4.4.2006, 10:13 Uhr
Sterberisiko wächst mit Bauchfett

Wie sich Übergewicht gesundheitlich auswirkt, entscheidet auch die Verteilung der zusätzlichen Pfunde. Das bestätigen Fett-Kartierungen einer kanadischen Forscherin und ihrer Kollegen. Die Mortalität der Studienteilnehmer stieg mit der Masse des Bauchfetts deutlich an, während das Unterhautfett eine untergeordnete Rolle spielte.

"Diese Resultate unterstreichen die Bedeutung, die einer Messung des Bauchfetts bei der Bestimmung des Erkrankungs- und Sterberisikos beikommt", so Jennifer Kuk von der Queen's University in Kingston. "Das Körpergewicht allein ist kein ausreichender Risikoindikator." Daher könne man das persönliche Risiko durch Sport deutlich senken, auch wenn sich das Körpergewicht dabei kaum verändere.

Fett ist kein passiver Energiespeicher, sondern ein aktives, Hormone ausschüttendes Gewebe. Seit einigen Jahren mehren sich die Hinweise darauf, dass vor allem das die Eingeweide umgebende Fettgewebe starken Einfluss auf das Risiko für Diabetes, Herzinfarkt und andere Erkrankungen hat.

Kuk und Kollegen analysierten Daten von 291 Männer im mittleren Alter von 56 Jahren, die sich in den 90er-Jahren einer Computertomographie unterzogen hatten. Anhand der Aufnahmen berechneten die Mediziner, wie viel Bauchfett bzw. Unterhautfett die Männer auf Höhe des 4. Lendenwirbels trugen und wie viel Fett ihre Lebern enthielten.

Über einen Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 2,2 Jahren starben 97 der Männer. Jeder Faktor für sich betrachtet, stieg die Sterbewahrscheinlichkeit mit der Masse des Bauchfetts, des Unterhautfetts und des Taillenumfangs, sank jedoch mit der Masse des Leberfetts. Kombinierten Kuk und ihre Kollegen alle Faktoren in einem Modell, entpuppte sich allein das Bauchfett als bedeutend: Je Zunahme der Bauchfettmasse um eine Standardabweichung stieg die Sterblichkeit um 93 Prozent.


Forschung: Jennifer L. Kuk, Peter T. Katzmarzyk und Robert Ross, School of Physical and Health Education und Division of Endocrinology and Metabolism, Department of Medicine, Queen's University, Kingston, Ontario; und andere

Veröffentlicht in Obesity Research, Vol. 14, pp 336-41

WWW:
School of Physical and Health Education, Queen's University
Inneres Bauchfett

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