13.4.2006, 12:12 Uhr
Mondgestein belegt Meteoriten-Bombardement
In der Frühzeit des Sonnensystems waren die inneren Planeten einem wahren Bombardement durch Meteoriten ausgesetzt. Das zeigen neue Altersbestimmungen, die amerikanische und australische Forscher an Mondgestein durchgeführt haben. Demnach scheint der Großteil vor gut 3,9 Milliarden Jahren aufgeschmolzen und wieder erstarrt zu sein.
Etwa zur gleichen Zeit seien auch die ersten bekannten Lebensformen auf der Erde aufgetaucht, erklärt Robert Duncan von der Oregon State University in Corvallis. Die neuen Resultate seien mit der Hypothese vereinbar, die Einschläge hätten die Entstehung des Lebens gefördert. Umgekehrt sei allerdings auch denkbar, dass sich das Leben erst nach dem Abklingen des Bombardements habe entwickeln können. Duncan und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate demnächst im Fachblatt "Geochimica et Cosmochimica Acta".
Im Vorbeiflug: Auf ihrem Weg zum Jupiter machte die Sonde Galileo diese Aufnahme des pockennarbigen Erdmonds. Bild: Courtesy NASA/JPL-Caltech
Die Forscher analysierten knapp 50 Proben von Mondgestein, die die Astronauten des Apollo-Programms zur Erde gebracht hatten. Ganz besonders interessierten sie sich für die Menge von Argon-40 in dem Material. Das Edelgas-Isotop entsteht beim radioaktiven Zerfall des Alkalimetalls Kalium-40 und reichert sich in dem Gestein an, bis dieses schmilzt. Dies war bei fast allen Proben zuletzt vor 3,8 bis 4,0 Milliarden Jahren der Fall, ermittelten Duncan und Kollegen. Die chemische Signatur der Proben spricht jedoch gegen einen einzigen großen Einschlag als Ursache. Vielmehr muss der Mond mehrmals getroffen worden sein.
Die Ursache für das etwa 100 Millionen Jahre währende Bombardement sei unklar, so der Forscher. "Vielleicht gab es damals einen zehnten und einen elften Planeten, die miteinander kollidierten. Denkbar ist auch, dass die Auswärtsbewegung des Neptun Kometen und andere kleinen Objekte versprengte und so letztlich auch Kollisionen im Asteroidengürtel auslöste. Einen ähnlichen Effekt könnte der nahe Vorbeizug eines Nachbarsterns gehabt haben."
Forschung: Robert A. Duncan und John Huard, College of Oceanic Atmospheric Sciences, Oregon State University, Corvallis; Marc Norman, Research School of Earth Sciences, Australian National University, Canberra
Veröffentlichung Geochimica et Cosmochimica Acta
WWW:
College of Oceanic Atmospheric Sciences, Oregon State University
Research School of Earth Sciences, Australian National University
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