22.2.2006, 19:05 Uhr
Einschlag schuf Plutomonde

Die erst kürzlich gefundenen Plutomonde entstanden vermutlich aus Trümmern eines großen Einschlags. Zu diesem Schluss kommen die Entdecker der beiden Trabanten im Magazin "Nature". Indem die Winzlinge selbst wiederum von kleineren Objekten bombardiert werden, könnten sie einen zarten Staubring um den Eisplaneten legen.

Der rund 2.300 Kilometer große Pluto war selbst erst im Jahr 1930 entdeckt worden, im Jahr 1978 folgte sein etwa 1.200 Kilometer messender Begleiter Charon. Im Mai letzten Jahres schließlich erspähten Alan Stern vom Southwest Research Institute in Boulder und seine Kollegen die beiden neuen Monde. Derzeit noch auf offizielle Namen wartend, dürften P1 und P2 zwischen 48 und 165 Kilometer groß sein.

Zwei Langzeitaufnahmen zeigen die Bewegung der neuen Monde

ilder: NASA, ESA, H. Weaver (JHU/APL), A. Stern (SwRI), and the Hubble Space Telescope Pluto Companion Search Team

Die Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble hatten gezeigt, dass die Monde in der gleichen Ebene wie Charon, auf nahezu kreisförmigen Bahnen und in relativ geringem Abstand um Pluto ziehen. Laut Stern und Kollegen sprechen diese Fakten gegen die Hypothese, bei P1 und P2 könne es sich um eingefangene Objekte handeln. Laut den Berechnungen der Forscher würde es im Falle des Plutosystems weit über 60 Milliarden Jahre dauern, bis die anfänglich stark elliptischen Bahnen derartiger "Beute" die Kreisform angenommen hätten. Das Sonnensystem wird jedoch auf ein Alter von lediglich 4,5 Milliarden Jahren geschätzt.

Vermutlich seien P1 und P2 aus den Trümmern jener Kollision entstanden, aus der auch Charon hervorging, so Stern und Kollegen. Zunächst sehr eng um Pluto kreisend, seien sie allmählich von ihrem ungleich größeren Vetter nach außen auf ihre heutigen Bahnen gedrängt worden.

Werden die Winzlinge nun ihrerseits von kleineren Objekten getroffen, sind die dabei emporgeschleuderten Trümmerteilchen nach Schätzung der Astronomen zu langsam, als dass sie der Schwerkraft des Pluto entkommen könnten. Vielmehr dürften sie einen feinen Ring um die eisige Welt und ihre Begleiter bilden. Ganz ähnliche Mehrfachsysteme und Staubringe seien bei Tausenden weiteren Objekten im Kuipergürtel jenseits des Neptun zu erwarten.


Forschung: S. Alan Stern und Andrew J. Steffl, Southwest Research Institute, Boulder, Colorado; Hal A. Weaver, Johns Hopkins Applied Physics Laboratory, Laurel, Maryland; und andere

Veröffentlicht in Nature, Vol. 439, 23. Februar 2006, pp 946-8, DOI 10.1038/nature04548

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