20.2.2006, 16:38 Uhr
Große Galaxien aus der Jugend des Universums
Die meisten massereichen Galaxien haben es durch Verschmelzung mit anderen Galaxien auf ihre heutige Größe gebracht. Eine entsprechende Analyse präsentiert ein amerikanischer Astronom im "Astrophysical Journal". Indem das Universum in die Jahre kam, scheinen derartige Fusionen jedoch selten geworden zu sein.
"Das wohl überraschendste an den Resultaten ist, dass die Bildung massereicher Galaxien weitgehend zum Stillstand kam, als das Universum die Hälfte seines heutigen Alters erreichte", erläutert Christopher Conselice vom California Institute of Technology in Pasadena, inzwischen an der University of Nottingham. "Offenbar wurde die Verschmelzungsaktivität durch einen noch unbekannten Prozess gedrosselt."
Bild: Christopher Conselice/U Nottingham
Der Astronom analysierte Aufnahmen, für die das Weltraumteleskop Hubble besonders tief ins All und damit - aufgrund der endlichen Lichtgeschwindigkeit - besonders weit in die Vergangenheit geblickt hatte. Diese Bilder zeigen viele Galaxien im Prozess der Verschmelzung. Conselice schätzt daher, dass eine typische massereiche Galaxie im heutigen Universum vier bis fünf Fusionen durchgemacht haben dürfte.
Dieser Vorgang führt nicht nur zu größeren Galaxien, er stößt auch die Bildung neuer Sterne an und versorgt möglicherweise auch das Schwarze Loch im Galaxienzentrum mit Nachschub. Vor rund zehn Milliarden Jahren hätten sich vermutlich alle Galaxien gerade im Prozess der Verschmelzung befunden, so Conselice. Vor etwa sechs Milliarden Jahren seien derartige Vorgänge jedoch selten geworden: Derzeit verschmelze nur etwa jede hundertste Galaxie mit einer anderen.
Forschung: Christopher J. Conselice, School of Physics and Astronomy, University of Nottingham, und California Institute of Technology, Pasadena
Veröffentlicht in Astrophysical Journal, Vol. 638, pp 686-702
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Reger galaktischer Kannibalismus
Frühe massereiche Galaxie entdeckt
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