20.2.2006, 11:50 Uhr
Wegweiser für die Suche nach Leben im All

Wer Leben im All finden will, muss Myriaden von Sternen nach Signalen fremder Zivilisationen oder nach erdähnlichen Planeten absuchen. Eine amerikanische Astronomin hat nun eine neue Liste erarbeitet, die diesen Prozess erheblich verkürzen könnte. Von über 17.000 Sternen bieten zehn ihrer Ansicht nach besonders günstige Bedingungen für den Nachweis von Leben, so wie wir es kennen.

Die Auswahl beruhe ausschließlich auf den Eigenschaften der Sterne, erklärt Margaret Turnbull von der University of Arizona. "Kein Stern gleicht dem anderen, und nicht alle weisen Ähnlichkeit mit der Sonne auf." Zu den Kriterien zählen neben Entfernung und Alter des Sterns auch seine Masse und sein Gehalt schwerer Elemente - felsige Planeten und komplexe Lebensformen benötigen für ihre Entwicklung ausreichend Zeit und Rohstoffe. Die resultierende Kandidatenliste stellte die Forscherin jetzt auf dem Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science in St. Louis vor.

Turnbulls Favorit für den Nachweis von Funksignalen ist beta CVn, gut 26 Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternbild der Jagdhunde (Canes venatici) gelegen. Der sonnenähnliche Stern sei bereits auf mögliche Planeten untersucht worden, bislang jedoch ohne Erfolg, so die Forscherin. Besonders gute Bedingungen für den Nachweis erdähnlicher Planeten - so sie denn vorhanden sind - sieht sie dagegen im Falle von epsilon Indi A, einem relativ leuchtschwachen und kaum 12 Lichtjahre von der Sonne entfernten Stern im Sternbild des Indianers (Indus).

Der Nachweis der lebensfreundlichen Welten oder ihrer Bewohner könnte mit besonders leistungsfähigen Instrumenten gelingen, wie sie derzeit in Bau oder in Planung sind. Dazu gehören das Allen Telescope Array, eine Anordnung zahlreicher Radioteleskope in Kalifornien, und die Mission Darwin der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Der Terrestrial Planet Finder und eine weitere Mission der NASA wurden dagegen erst kürzlich auf Eis gelegt, da die nötigen Mittel in der Finanzplanung der amerikanische Weltraumbehörde nicht mehr vorgesehen sind.


Forschung: Margaret Turnbull, Department of Astronomy and Steward Observatory, University of Arizona, Tucson

Präsentation auf dem 2006 AAAS Annual Meeting, St. Louis

WWW:
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