15.2.2006, 12:20 Uhr
Saturnsonde fotografiert riesigen Sturm

Eine gewaltige Gewitterwolke auf dem Planeten Saturn hat die Sonde Cassini abgelichtet. Die gut 3.500 Kilometer große Wolke fand sich zur Zeit der Aufnahme auf der Nachtseite des Gasriesen. Beleuchtet wurde die Szenerie von einer ungewöhnlichen Lichtquelle - den Ringen des Saturn.

"Es besteht kein Zweifel, dass wir hier die stärkste Blitz-Aktivität beobachten, seit Cassini den Saturn erreicht hat", betont Donald Gurnett von der University of Iowa in Iowa City. Das von dem Forscher und seinen Kollegen betreute Instrumentenpaket an Bord der Sonde hatte erstmals am 23. Januar das zugehörige Knistern und Knacken bei Radiofrequenzen registriert.

Aufnahme des Sturms

Der Sturm, wie er sich Cassini präsentierte. Bild: NASA/JPL/Space Science Institute

Zu jenem Zeitpunkt befand sich Cassini allerdings über der Nachtseite des Planeten, sodass die Herkunft der Störungen zunächst noch unklar war. Von französischen Amateurastronomen aufgenommene Bilder zeigten schließlich den gewaltigen Sturm auf der Tagseite. Da nun die Position der Quelle bekannt war und sich der Saturn alle zehn Stunden um die eigene Achse dreht, konnte schließlich auch die Sonde den Sturm ins Visier nehmen.

Der Sturm liegt bei 36 Grad südlicher Breite und wird von Norden her beleuchtet, von dem an den Saturnringen reflektierten Sonnenlicht. Überlagert wird er von einem dünnen, von Osten nach Westen verlaufenden Wolkenband, dessen nördliche Seite aufgrund der Beleuchtung heller hervortritt.

Dass in der Sturmwolke keine Blitze zu sehen sind, könnte nach Ansicht der Forscher verschiedene Gründe haben. Vielleicht werde das Blitz-Licht in der dichten Atmosphäre des Gasriesen vollständig geschluckt. Denkbar sei aber auch, dass sich während der zehnsekündigen Belichtungszeit kein Blitz ereignet habe.

Bearbeitete Aufnahme des Sturms

Zylinderprojektion und Kontrastverstärkung der ursprünglichen Aufnahme lassen den Sturm und die Wolkenbänder besser hervortreten. Bild: NASA/JPL/Space Science Institute


Forschung: William S. Kurth, Georg Fischer und Donald A. Gurnett, Department of Physics and Astronomy, University of Iowa, Iowa City; Carolyn Porco, Cassini Imaging Central Laboratory for Operations (CICLOPS), Space Science Institute, Boulder, Colorado; und andere

WWW:
Cassini Radio and Plasma Wave Science
- The Sounds of Lightning at Saturn
Saturn
CICLOPS
Cassini-Huygens
Ringschatten beeinflusst Saturnwetter

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