24.2.2006, 12:28 Uhr
Mars: Methan aus der Eizeit?
Das Methan in der Atmosphäre des Mars ist möglicherweise uralt. Entsprechende Überlegungen stellen eine spanische Forscherin und ihre Kollegen im Fachblatt "Geology" an. Das Gas könnte freigesetzt werden, indem Eis im Boden sich verflüchtigt und so der Druck auf den Untergrund nachlässt.
Seit der Entdeckung von Methan in der dünnen Lufthülle des Mars spekulieren Planetenforscher und Astrobiologen über dessen Herkunft. Das Gas entweicht sehr rasch in den Weltraum und muss daher ständig nachgeliefert werden. Einige Forscher halten eine biologische Produktion für denkbar, andere vermuten rein anorganische Reaktionen als Quelle.
Raureif auf dem Mars, aufgenommen vom Lander der Sonde Viking 2. Bild: NASA Jet Propulsion Laboratory (NASA-JPL)
Möglicherweise ist das Gas schon vor Hunderttausenden Jahren entstanden, vermuten jetzt Olga Prieto Ballesteros vom Centro de Astrobiología in Madrid und ihre Kollegen. Wie auch in den Tiefen der irdischen Meere, könnten im Untergrund des Mars große Mengen von Gashydraten existieren. Dabei handelt es sich um regelrechte Käfige aus Wassermolekülen, die Methan, Kohlendioxid und andere kleine Verbindungen bergen können. Stabil sind die Käfige allerdings nur bei hohen Drücken und niedrigen Temperaturen: Sinkt der Druck oder steigt die Temperatur, zerfallen sie und setzen ihre Fracht frei.
Eben dies könnte nun tief unter der Marsoberfläche geschehen, so die Gruppe. Jüngere Beobachtungen zeigen, dass die Äquatorregionen des roten Planeten vor 2,1 bis 0,4 Millionen Jahren unter einer dicken Schicht Wassereis lagen. Reste dieses Eisgürtels werden noch heute im Untergrund vermutet. Indem dieses Wasser allmählich in den gasförmigen Zustand übergehe, sinke der Druck auf tiefer gelegene Gashydrate, so Prieto Ballesteros und Kollegen. Die beobachteten Methangehalte der Marsatmosphäre könnten daher zumindest teilweise durch Ausgasen aus eiszeitlichen Methanspeichern erklärt werden. Die Herkunft des "alten" Methans bliebe damit jedoch ebenfalls unklar.
Forschung: Olga Prieto Ballesteros, Centro de Astrobiología, Madrid; Jeffrey S. Kargel, Department of Hydrology and Water Resources, University of Arizona, Tucson; und andere
Veröffentlicht in Geology, Vol. 34(3), pp 149-52, DOI 10.1130/G22311.1
WWW:
Centro de Astrobiología, Madrid
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