17.2.2006, 16:41 Uhr
Mars Express filmt Phobos' Schatten

Seltene Aufnahmen eines planetaren Schattenspiels sind der Sonde Mars Express gelungen. Dank sekundengenauer Planung konnte die Sonde den Schatten des Marsmondes Phobos filmen, wie er mit mehr als 7.000 Kilometern pro Sekunde über die Oberfläche des roten Planeten raste.

Die dazu nötige, präzise Abstimmung von Sonnenfinsternis und Sonde war möglich geworden, nachdem Mars Express den knollenförmigen Mond im vorletzten Jahr aus nächster Nähe abgelichtet hatte. Dabei war Phobos einige Kilometer vor seiner berechneten Position gefunden worden. Die neuen Aufnahmen bestätigen die Exaktheit der entsprechend korrigierten Bahnberechnungen, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einer Mitteilung.

Aufnahme des zu einer Ellipse verzerrten Schattens, einige Krater auf der Marsoberfläche

Bild: Copyright ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Phobos ist mit Abmessungen von 27 mal 21,6 mal 18,8 Kilometer der größere der beiden Marsmonde und umkreist den Mars alle siebeneinhalb Stunden in einer Höhe von etwa 6.000 Kilometern. Daher bedeckt er - vom Mars aus betrachtet - höchstens ein Fünftel der Sonnenscheibe. Des ungeachtet bewirkt sein diffuser kleiner Schatten eine partielle Sonnenfinsternis von 21 Sekunden Dauer.

Eben dieses Phänomen konnte die hochauflösende Stereokamera (HRSC) an Bord von Mars Express im letzten November einfangen. Der Schattenkegel traf dabei schräg auf die Marsoberfläche, sodass der Schatten selbst zu einer Ellipse verzerrt war. Verstärkt wurde dieser Effekt durch die hohe Geschwindigkeit des Schattens einerseits und durch die Aufnahmetechnik der Kamera andererseits.


Forschung: Ralf Jaumann und Jürgen Oberst, DLR-Institut für Planetenforschung, Berlin-Adlershof, und Gerhard Neukum, Institut für Geologische Wissenschaften, Freie Universität Berlin; und andere

WWW:
DLR-Institut für Planetenforschung
Phobos
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