30.5.2006, 15:44 Uhr
Problematischer Braunbär stammt aus Italien

Die Herkunft des Braunbären, der seit zwei Wochen an bayerisch-österreichischen Grenze für Aufregung sorgt, ist geklärt. Laut Mitteilung der Naturschutzorganisation WWF stammt das Tier aus Italien und dürfte seine geringe Menschenscheu von der Mutter übernommen haben.

Die Identifizierung erfolgte anhand von Haaren, die am 10. Mai in St. Gallenkirch in Vorarlberg gefunden worden waren. Der genetischen Analyse zufolge, handelt es sich um "JJ1", den im Jahr 2004 geborenen Sohn von Jurka und Joze. Die beiden Alttiere waren in Slowenien gefangen und später im oberitalienischen Trentino wieder freigelassen worden.

Bereits früher hätten das auffällige Verhalten und die große Wanderlust dieser Bärenfamilie für Probleme gesorgt, so der WWF. JJ1 habe bereits im letzten Jahr im Trentino die dortige Bären-Eingreiftruppe auf den Plan gerufen, während sein Bruder JJ2 im August in der Schweiz und in Tirol aufgefallen sei. Die besonderen Eigenschaften der Tiere erklärten die Häufung von Schäden, etwa an Hühnerbeständen und Bienenhäusern, und das Auftreten in Menschennähe.

Laut Angaben der Naturschutzorganisation ist es im Trentino einmal gelungen, JJ1 mit Gummikugeln zu beschießen. Um einen Bären dauerhaft zu "vergrämen", müssten allerdings viele solcher Einsätze und an verschiedenen Orten stattfinden. Im Falle von JJ1 ständen die Chancen, ihn noch die Scheu vor Menschen zu lehren, sehr schlecht. Daher versucht der WWF mit einem Expertenteam, den Bären lebend zu fangen und so auf unblutige Weise aus der Wildbahn zu nehmen.


Forschung: -

WWW:
WWF Deutschland
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
- Bär in Bayern
Wildtier des Jahres 2005 - der Braunbär

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