13.3.2006, 11:16 Uhr
Plutomonde besitzen ähnliche Farbe

Das Plutosystem verdankt seine heutige Gestalt einer gewaltigen Kollision. Diese Vermutung bekräftigen neue Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble. Ihren Lichtspektren nach zu urteilen, bestehen die Oberflächen der drei Begleiter des Pluto aus dem gleichen Material.

Bis Mitte letzten Jahres war der 1.200 Kilometer große Charon der einzige bekannte Begleiter des etwa doppelt so großen Pluto. Dann entdeckten Harold Weaver vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University und seine Kollegen zwei weitere, ungleich kleinere Monde. Aufgrund der Form der Umlaufbahnen und ihrer Orientierung im Raum hatten die Astronomen bereits vermutet, dass alle drei Objekte einen gemeinsamen Ursprung haben.

Zwei Schwarzweiß-Bilder: Die drei Begleiter erscheinen in beiden Aufnahmen ähnlich hell

Beim Blick durch einen Rot- bzw. Blaugrün-Filter erscheinen die drei Begleiter des Pluto ähnlich hell. Bild: NASA, ESA, H. Weaver (Johns Hopkins University/Applied Physics Lab), A. Stern (Southwest Research Institute), and the HST Pluto Companion Search Team

Die Forscher analysierten nun Aufnahmen des Systems, die Hubble durch einen Rot- bzw. einen Blaugrün-Filter gemacht hatte. In beiden Wellenlängen-Bereichen reflektieren die drei Begleiter das Sonnenlicht demnach ähnlich gut. Für das menschliche Auge dürften sie daher einen neutralen Farbton vergleichbar dem des Erdmondes aufweisen, so Weaver und Kollegen. Der Pluto selbst sei dagegen leicht rotstichig.

Die Astronomen gehen davon aus, dass der "Ur-Pluto" kurz nach der Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren mit einem ähnlich dimensionierten Objekt zusammenstieß. Aus den Trümmern der Kollision sollen sich dann Charon und die beiden kleinen Monde gebildet haben. Auf die gleiche Art und Weise kam sehr wahrscheinlich auch die Erde zu ihrem Trabanten.


Forschung: S. Alan Stern, Southwest Research Institute, Boulder, Colorado; Harold A. Weaver, Johns Hopkins Applied Physics Laboratory, Laurel, Maryland; Max Mutchler, Space Telescope Science Institute, Baltimore, Maryland; und andere

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- New Horizons
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