16.3.2006, 13:45 Uhr
Goldstäbchen machen Tumorzellen "lichtanfällig"
Winzige Goldstäbchen können Tumorzellen markieren und gleichzeitig empfänglich für die Bekämpfung per Laser machen. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Chemiker und Mediziner im "Journal of the American Chemical Society". Mit Antikörpern beladen, lagern sich die Nanostäbchen an die Zielzellen an und steigern deren Lichtabsorption.
Dabei ließen sich die elektronischen Eigenschaften der Nanostäbchen so einstellen, dass sie bevorzugt im Infrarotbereich absorbierten, erläutert Mostafa El-Sayed vom Georgia Institute of Technology in Atlanta. Infrarotlicht werde vom Gewebe normalerweise kaum geschluckt, sodass auf diese Weise auch tief unter der Haut liegende Tumoren für die Diagnostik und Therapie per Laser zugänglich würden.
Die Nanostäbchen können Krebszellen förmlich zum Glühen bringen. Mikroskopaufnahme: Georgia Institute of Technology, University of California, San Francisco
El-Sayed und Kollegen versahen ihre Gold-Nanostäbchen mit Antikörpern, die spezifisch an den Rezeptor für den epidermalen Wachstumsfaktor (EGFR) binden. Dann gaben sie die Stäbchen zu Kulturen maligner Linien von Epithelzellen, die den Rezeptor verstärkt auf ihrer Oberfläche ausbilden. Erwartungsgemäß lagerten sich die Nanostäbchen sehr viel stärker an diese Zellen an als an nicht-maligne Epithelzellen.
Unter dem Mikroskop konnten die unterschiedlichen Zelllinien nun gut unterschieden werden, da die Nanostäbchen eine starke Lichtstreuung bewirkten. Gleichzeitig stieg auch die Energieabsorption der markierten Zellen, zeigten die Messungen der Forscher. Bei Bestrahlung mit einem Infrarotlaser genügte nun schon die Hälfte der normalerweise nötigen Energiedosis, um die entarteten Zellen abzutöten.
Forschung: Xiaohua Huang, Ivan H. El-Sayed, Wei Qian und Mostafa A. El-Sayed, Laser Dynamics Laboratory, School of Chemistry and Biochemistry, Georgia Institute of Technology, Atlanta, und Otolaryngology-Head and Neck Surgery, Comprehensive Cancer Center, University of California, San Francisco
Veröffentlicht in Journal of the American Chemical Society, Vol. 128(6), pp 2115-20, DOI 10.1021/ja057254a
WWW:
Laser Dynamics Laboratory, Georgia Institute of Technology
Krebsinformationsdienst, DKFZ
"Nanogranaten" gegen Tumoren
Magnetische Winzlinge bringen Medikamente ans Ziel
| [Zurück] | |

