17.3.2006, 11:19 Uhr
Mars: Abflussrinnen auch ohne Wasser
Auf dem Mars finden sich an vielen Hängen längliche Vertiefungen, die große Ähnlichkeit mit irdischen Abflussrinnen haben. Eine amerikanische Planetenforscherin mahnt nun zur Vorsicht bei der Interpretation dieser Rinnen: Ganz ähnliche Gebilde finden sich auch auf dem staubtrockenen Mond.
"Natürlich brennen wir alle darauf, flüssiges Wasser auf dem Mars zu finden", betont Gwendolyn Bart von der University of Arizona in Tucson. Wenn künftige Marsexpeditionen eine solche örtliche Ressource nutzen könnten, würde dies eine enorme Kostenersparnis bedeuten. "Und flüssiges Wasser nahe der Marsoberfläche würde auch die Wahrscheinlichkeit für einheimische Lebensformen erhöhen."
Bild: NASA
Bart studierte Aufnahmen des Erdtrabanten, die im Jahr 1969 im Vorfeld der Apollo-Landungen gemacht worden waren. Darunter waren Bilder des Kraters Dawes, nördlich des Mondäquators gelegen und etwa 17 Kilometer weit und zwei Kilometer tief. "Rein zufällig fand ich Rinnen, die erstaunliche Ähnlichkeit mit denen auf dem Mars aufwiesen", so die Forscherin. Ihre Entdeckung stellt sie jetzt auf der Lunar and Planetary Science Conference im texanischen League City vor.
Laut Bart stützen die Mond-Rinnen die Ansicht einiger Forscher, die Mars-Rinnen müssten nicht unbedingt auf Grund- oder Schmelzwasser zurückgehen. Vielmehr könne es sich um trockene Hangrutsche handeln, die durch den Wind oder durch Einschläge kleiner Meteoriten ausgelöst worden seien. "Wenn die Hypothese der trockenen Hangrutsche korrekt ist, könnten wir erwarten, dass es ähnliche Merkmale auf dem wasserlosen Mond gibt. Dem ist so."
Forschung: Gwendolyn D. Bart, Lunar and Planetary Laboratory, University of Arizona, Tucson
Präsentation auf der 37th Lunar and Planetary Science Conference, League City, Texas
WWW:
LPL, University of Arizona
Apollo Image Atlas
- Dawes
Mars
Evidence for Recent Liquid Water on Mars
Bodensalze könnten Marswasser flüssig halten
"Sümpfe" unter der Marsoberfläche?
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