14.3.2006, 10:28 Uhr
Feurige Spuren in Kometen
Kometen enthalten nicht nur Material aus den eisigen Randbezirken des Sonnensystems. Das haben amerikanische Astronomen bei der Analyse des von der Sonde Stardust gesammelten Materials entdeckt. Die Proben enthalten Mineralien, die vermutlich in unmittelbarer Nähe eines Sterns entstanden sind.
"Das Interessante ist, dass wir diese Hochtemperatur-Mineralien in Material aus den kältesten Gefilden des Sonnensystems finden", erläutert Donald Brownlee von der University of Washington in Seattle, der leitende Wissenschaftler der Mission. Zumindest der von Stardust besuchte Komet Wild 2 scheine eine komplexere Entstehungsgeschichte aufzuweisen, als für Kometen allgemein angenommen.
Kometenschmuck: Olivinkörnchen aus den Stardust-Proben. Bild: Donald Brownlee, University of Washington/NASA-JPL
Nach einer mehrere Milliarden Kilometer weiten Reise war Stardust Mitte Januar zur Erde zurückgekehrt und hatte ihre Probenkapsel abgeworfen. Bei der Untersuchung des Materials stießen die Forscher auf Körnchen des Minerals Olivin. Das grünliche Magnesium-Eisen-Silikat entsteht auf der Erde in magmatischen Gesteinen und bei hohen Temperaturen und unter hohem Druck in Sedimentgestein.
Neben dem Olivin enthielten die Proben weitere, an Calcium, Aluminium und Titan reiche Hochtemperatur-Mineralien, berichten Brownlee und Kollegen auf der Lunar and Planetary Science Conference im texanischen League City.
Dieser Befund spreche für ein Szenario, in dem Material durch von der jungen Sonne ausgehende "Jets" bis in die Geburtsregion der Kometen am Rand des Sonnensystems getragen werde, erläutert Michael Zolensky vom Johnson Space Center der NASA in Houston. Offenbar beständen Kometen "aus einer Mischung von Materialien, die über einen breiten Temperaturbereich entstanden, in Regionen sehr nahe der frühen Sonne und in sehr weit von ihr entfernten Regionen".
Forschung: Donald E. Brownlee, Department of Astronomy, University of Washington, Seattle; Michael Zolensky, NASA Johnson Space Center, Houston, Texas; und andere
Präsentation auf der 37th Lunar and Planetary Science Conference, League City, Texas
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Olivin
Erfolgreicher Fischzug für Kometensonde Stardust
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