17.5.2006, 20:54 Uhr
Affen warnen mit Syntax
Wörter zu größeren Einheiten zu kombinieren, scheint nicht allein dem Menschen vorbehalten zu sein. Ein schottisches Forscherduo hat ermittelt, dass Meerkatzen zwei Warnlaute zu einer Lautsequenz vereinen, die offenbar eine dringende Aufforderung zum Weiterziehen darstellt.
Die meisten Tiere verfügten über ein beschränktes Repertoire an Rufen, schreiben Kate Arnold und Klaus Zuberbühler von der University of St. Andrews im Magazin "Nature". Diese Rufe zu bedeutungsvollen Sequenzen zu kombinieren, erhöhe die Vielfalt der möglichen Nachrichten.
Arnold und Zuberbühler beobachteten Gruppen von Weißnasenmeerkatzen (Cercopithecus nictitans). Von den in West- und Zentralafrika heimischen Tieren war bereits bekannt, dass sie unterschiedliche Warnlaute ausstoßen, sobald sie eines Leoparden bzw. eines Kronenadlers gewahr werden. Dem Duo fiel auf, dass die Tiere mitunter ein bis drei Leoparden-Warnrufe und bis zu vier Adler-Warnrufe aneinander reihten, und zwar unabhängig von dem jeweils gesichteten Räuber. Kurz darauf setzte sich die jeweilige Gruppe in Bewegung.
Versuchsweise spielten die Forscher 17 Affengruppen das Brummen eines Leoparden vor. Jene neun Gruppen, in denen die Männchen darauf mit der Sequenz reagiert hatten, zogen in den folgenden zwanzig Minuten im Mittel 85 Meter weiter, verglichen mit nur 17 Metern in den übrigen acht Gruppen. Ähnliche Resultate erhielten Arnold und Zuberbühler, als sie zwei Monate lang die Bewegungen einer einzigen Gruppe verfolgten: Auf die Sequenz der beiden Warnlaute folgte stets eine größere Ortsveränderung.
Forschung: Kate Arnold und Klaus Zuberbühler, School of Psychology, University of St. Andrews, St. Andrews
Veröffentlichung Nature, Vol. 441, 18. Mai 2006, p 303, DOI 10.1038/441303a
WWW:
School of Psychology, University of St. Andrews
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