15.5.2006, 17:43 Uhr
Gute Lungen, geringes Demenzrisiko

Wer tief Luft holen kann, entwickelt mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine Demenz. Das hat eine schwedische Forschergruppe im Rahmen einer Langzeitstudie mit knapp 1.300 Frauen ermittelt. Bei jenen Teilnehmerinnen, die in mittleren Jahren eine gute Lungenfunktion aufwiesen, wurde in der Folgezeit deutlich seltener eine Demenz bzw. die Alzheimersche Krankheit festgestellt.

"Unsere Theorie ist, dass eine schlechte Lungenfunktion letztlich eine geringere Sauerstoffversorgung des Hirns bedeutet", erklärt Xinxin Guo von der Universität Göteborg. "Dies könnte wiederum das Demenzrisiko erhöhen." Guo und Kollegen präsentieren ihre Resultate im Fachblatt "Neurobiology of Aging".

Die Gruppe analysierte Daten von 1.291 Einwohnerinnen Göteborgs, deren Werdegang seit Ende der 60er-Jahre verfolgt wird. Unter anderem war in den Jahren 1974 und 1980 gemessen worden, wie schnell die Frauen bzw. welches Luftvolumen sie maximal ausatmen konnten. Bis zum Jahr 2000 wurde bei 147 Teilnehmerinnen eine Demenz diagnostiziert, bei 96 davon die Alzheimersche Erkrankung. Mit jedem Anstieg der Lungenkapazität um 20 Prozent sank das Risiko einer Alzheimerdiagnose um rund ein Viertel.

Zwar belegten die Resultate keine kausale Verbindung zwischen Lungenfunktion und Erkrankungsrisiko, schreiben Guo und Kollegen. Frühere Studien hätten allerdings ein erhöhtes Risiko bei Personen mit Gefäßerkrankungen und Übergewicht gefunden, sodass eine solche Verbindung als wahrscheinlich erscheine, erklärt Guos Kollege Ingmar Skoog. "Wer regelmäßig Sport treibt und nicht raucht, kann sein Risiko beeinflussen, an Alzheimer zu erkranken."


Forschung: Xinxin Guo, Margda Waern und Ingmar Skoog, Neuropsychiatric Epidemiology Unit, Institute of Clinical Neuroscience, Sahlgrenska Academy at Göteborg University, Göteborg; und andere

Veröffentlicht in Neurobiology of Aging, DOI 10.1016/j.neurobiolaging.2006.01.008

WWW:
Neurovetenskap och fysiologi, Göteborgs universitet
Kompetenznetz Demenzen

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Soziale Kontakte mildern Alzheimer
Erhöhtes Demenzrisiko bei Übergewicht
Demenzen durch verringerte Hirndurchblutung

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: