22.3.2006, 12:49 Uhr
Marskrater mit Eisstrom
Zahlreiche Merkmale an der Marsoberfläche könnten auf das Wirken von flüssigem oder festem Wasser zurückgehen. Ein Paradebeispiel für derlei Zeugnisse bilden zwei an einem Hang gelegene Einschlagkrater. Neue Aufnahmen dieser Uhrglas-Krater zeigen, dass ein mit Schutt beladener Gletscher aus dem höher gelegenen in den tiefer gelegenen Krater geflossen sein könnte.
Die aneinander gereihten und "verfüllten" Krater liegen im Hochland Promethei Terra, östlich des riesigen Einschlagbeckens Hellas Planitia auf der Südhalbkugel des Mars. Abgelichtet wurden sie von der Hochauflösenden Stereokamera (HRSC) an Bord der Sonde Mars Express.
Bild: Copyright ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)
Derzeit werde diskutiert, ob es sich um einen echten, durch Niederschläge gebildeten Gletscher handle, der nachträglich mit Schutt bedeckt worden sei, oder ob die Strukturen auf Gemische von Bodeneis und Schutt zurückgingen, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einer Mitteilung. Im letzteren Fall könnten die beobachteten Formen mit irdischen Blockgletschern verglichen werden.
Kürzlich veröffentlichte Klimamodellierungen hatten gezeigt, dass Gletscher in äquatorialen Breiten des Mars bis vor wenigen Millionen Jahren aktiv gewesen sein könnten. Die Häufigkeitsverteilung von Einschlagkratern in den Kraterverfüllungen bekräftigten die Annahme, so das DLR. Demnach könnte der Inhalt der Uhrglas-Krater noch vor relativ kurzer Zeit in Bewegung gewesen sein.
Forschung: Ralf Jaumann, DLR-Institut für Planetenforschung, Berlin; Gerhard Neukum, Institut für Geowissenschaften, Freie Universität Berlin; und andere
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Marskrater mit Eiseinlage
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