6.3.2006, 10:46 Uhr
Größter Einschlagkrater in der Sahara entdeckt
Den bislang größten Einschlagkrater in der Sahara hat ein amerikanisches Forscherduo entdeckt. Die Struktur misst etwa 31 Kilometer im Durchmesser und liegt im Südwesten Ägyptens. Geschaffen wurde sie vor vielen Millionen Jahren bei einem Einschlag, auf den vermutlich auch das kostbare Wüstenglas zurückgeht.
Farouk El-Baz und Eman Ghoneim von der Boston University fanden den Krater bei der Analyse von Satellitenaufnahmen der Libyschen Wüste. Aufgrund seiner Lage auf dem Hochplateau Gilf Kebir und nach dem arabischen Wort für "groß" tauften sie die aus einem äußeren und einem inneren Ring bestehende Struktur auf den Namen "Kebira". Den zugehörigen Meteorit schätzen der Forscher und seine Kollegin auf eine Gesamtgröße von rund einem Kilometer.
Bild: Courtesy of Boston University Center for Remote Sensing.
Im Innern der Struktur könnte die Innenstadt Kairos bequem Platz finden, erläutert El-Baz. Und eben diese Abmessungen könnten vielleicht erklären, warum Kebira zuvor niemandem aufgefallen sei. Zumindest bei der Suche vor Ort fahndeten Forscher typischerweise nach kleineren Merkmalen. Der bisherige Rekordhalter im Tschad bringe es auf eine Größe von rund zwölf Kilometern.
In 100 Millionen Jahre altem Sandstein gelegen, ist die Struktur durch Wind und Wasser stark erodiert. "Zwei uralte Flussläufe ziehen sich von Osten nach Westen durch sie hindurch", so Ghoneim. Zur genauen Datierung des Einschlags müssten weitere Untersuchungen des Gesteins durchgeführt werden. Wahrscheinlich sei bei dem gewaltigen Ereignis das berühmte Wüstenglas entstanden - gelb-grünlich schimmernde Steine aus Silikat, die über die Region verstreut seien.
Forschung: Farouk El-Baz und Eman Ghoneim, Center for Remote Sensing, Boston University, Massachusetts
WWW:
Center for Remote Sensing, Boston University
Earth Impact Database
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