3.3.2006, 12:05 Uhr
Stress fördert Impferfolg - bei Frauen
Bringt man den Körper vor einer Impfung auf Touren, kann dies den Impferfolg steigern. Das zeigt ein Experiment englischer Sportwissenschaftlerinnen. Nach körperlicher oder mentaler Belastung entwickelten die teilnehmenden Frauen mehr Antikörper als Reaktion auf eine Grippeimpfung. Bei Männern war kein solcher Effekt feststellbar.
"Wie sich Stress auswirkt, könnte allein eine Frage des Timings sein", erklärt Kate Edwards von der University of Birmingham. Zwar schade chronischer Stress erwiesenermaßen der Gesundheit, eine kurzfristige Belastung könne dagegen positive Effekte haben: "Unserer Ansicht nach kann akuter Stress das Immunsystem aktivieren und so auf eine Herausforderung vorbereiten."
Edwards und ihre Kolleginnen konnten 60 gesunde Männer und Frauen für ihre Studie gewinnen. Bevor sie eine Grippeimpfung erhielten, absolvierten die Probanden 45 Minuten lang ein Ausdauertraining, einen Rechentest oder lasen in aller Ruhe einen Text. Messungen nach 4 bzw. 20 Wochen zeigten, dass die zuvor belasteten Teilnehmerinnen mehr Antikörper gegen einen der drei Impfstämme gebildet hatten als die entspannten Teilnehmerinnen.
Da der bessere Impferfolg nur bei Frauen beobachtet worden sei und sich nicht auf alle Impfstämme erstreckt habe, müssten die Resultate mit Vorsicht interpretiert werden, betonen Edwards und Kolleginnen. Auch sei unklar, auf welche Weise der Effekt zustande komme. Einen ersten Hinweis liefere die Beobachtung, dass der Antikörperspiegel umso höher ausgefallen sei, je mehr Interleukin-6 die Teilnehmerinnen 60 Minuten nach der Belastung im Blut gehabt hätten.
Forschung: Kate M. Edwards und Victoria E. Burns, School of Sport and Exercise Science, University of Birmingham; und andere
Veröffentlicht in Brain, Behavior, and Immunity, Vol. 20(2), pp 159-68, DOI 10.1016/j.bbi.2005.07.001
WWW:
Behavioural Medicine Group, University of Birmingham
Interleukine
Stress steigert Impferfolg
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