9.6.2006, 15:13 Uhr
Eine Weide im Meer
Auch im Meer gibt es Weiden, auf denen Pflanzenfresser schnell satt werden können. Das demonstriert eine Aufnahme des europäischen Umweltsatelliten Envisat. Darauf zu sehen ist ein gut 500 Kilometer langer Planktonteppich im Atlantik vor Irland.
Bild: ESA
Aufgenommen wurde das Bild von dem Medium Resolution Imaging Spectrometer (MERIS) an Bord des Satelliten. Das Instrument erfasst im Wellenlängenbereich von 0,4 bis 1 Mikrometer das Spektrum des von Meer, Land und Wolken reflektierten Sonnenlichts, gewissermaßen die Farbe der Erde.
Für die Aquamarin-Färbung des Meerwassers zeichnet das Phytoplankton verantwortlich - photosynthetisch aktive Bakterien und mikroskopisch kleine Algen, welche die Energie des Sonnenlichts mit Hilfe von Chlorophyll in chemische Energie umwandeln und Kohlendioxid binden. Als Primärproduzenten bilden sie die Grundlage der meisten Nahrungsnetze im Meer und spielen damit die gleiche Rolle wie Bäume, Gräser und andere Pflanzen an Land.
Indem ein Teil der Organismen nach dem Tod zum Meeresboden sinkt, fungiert das Plankton als biologische Kohlenstoffpumpe. Probleme können die Mikroorganismen dagegen verursachen, wenn es zur massenhaften Vermehrung Giftstoffe produzierender Arten kommt. Derartige toxische Algenblüten können Touristen den Strandausflug verderben und Fischzüchter um die Früchte ihrer Arbeit bringen.
Forschung: -
WWW:
Envisat
International Ocean-Colour Coordinating Group
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