26.1.2005, 13:45 Uhr
Australische Wüsten durch menschliche Feuer?
Schon vor 50.000 Jahren könnte der Mensch eine merkliche Klimaveränderung heraufbeschworen haben. Darauf deuten Resultate von Modellrechnungen hin, die amerikanische und australische Geowissenschaftler im Fachblatt "Geology" vorstellen. Systematisch gelegte Brände könnten demnach dafür gesorgt haben, dass das Innere Australiens heute eine ausgedörrte Landschaft ist.
In der letzten Zwischeneiszeit, vor etwa 125.000 Jahren, habe in der Region ein sehr viel feuchteres Klima als heute geherrscht, schreiben die Forscher um Gifford Miller von der University of Colorado, Boulder, im Fachblatt "Geology". Auch nach der jüngsten Eiszeit, vor gut 12.000 Jahren, habe der Monsunregen in den meisten subtropischen Gebieten wieder eingesetzt - mit Ausnahme Zentralaustraliens. Dort fielen heute nur etwa 300 Millimeter Regen pro Jahr, verglichen mit gut 1.000 Millimetern an der Nordküste.
Foto: Gifford Miller, University of Colorado at Boulder
Nachdem die ersten Menschen Australien erreicht hatten, kam es dort zu einem raschen Aussterben großer Tiere wie auch zahlreicher Pflanzenarten. Bereits früher hatten Miller und Kollegen vermutet, vom Menschen zur Jagd, zur Rodung oder als Signalfeuer gelegte Brände könnten die Ursache gewesen sein. Nun untersuchten sie, ob der veränderte Austausch von Wasser zwischen Biosphäre und Atmosphäre die Rückkehr des Monsunregens verhindert haben könnte.
Die Forscher führten Modellrechnungen durch, bei denen sie ein Mal von einer Vegetation aus Laubbäumen, Büschen und Gras ausgingen, das andere Mal jedoch von der heute vorherrschenden Trocken- und Dornsavanne bzw. Wüste. Tatsächlich ergab das Modell im ersten Fall doppelt so hohe Niederschläge über dem Innern Australiens. Natürliche Feuer seien ein wichtiger ökologischer Faktor, betont Miller. "Möglicherweise hat das systematische Brandlegen durch die ersten Siedler [...] die Ökosysteme jedoch über eine Schwelle gedrängt, jenseits derer sie sich nicht mehr erholen konnten."
Forschung: Gifford Miller und Jennifer Mangan, Institute of Arctic and Alpine Research und Department of Geological Sciences, University of Colorado, Boulder; und andere
Veröffentlicht in Geology, Vol. 33(1), pp 65-8, DOI 10.1130/G21033.1
WWW:
Geological Sciences, UC Boulder
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