19.1.2005, 16:48 Uhr
Lowtech-Filter für sauberes Trinkwasser

Lehm, Kaffeemehl vom Vortag und Kuhmist - mehr braucht es nicht, um eine Familie mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Ein entsprechendes Verfahren zum Brennen kostengünstiger Wasserfilter hat ein australischer Materialwissenschaftler ersonnen.

Foto: Flynn demonstriert den LehmfilterBei ersten Tests mit dem Darmbakterium Escherichia coli, Verursacher von mitunter schweren Durchfällen, hätten die Lowtech-Filter bis zu 99,8 Prozent der Mikroben aus dem Wasser entfernt, erläutert Tony Flynn von der Australian National University in Canberra. Zu ihrer Herstellung würden keine teuren Brennöfen oder Brennmaterialien wie Holz und Gas benötigt. "Alles, was man braucht, sind Lehm, eine fügsame Kuh und ein Streichholz."

Der trockene, zerstoßene Lehm wird mit einer Handvoll organischen Materials - beispielsweise alten Teeblättern, Kaffeemehl oder Reisspelzen - und etwas Wasser vermengt. Aus dieser Masse wird ein Topf geformt, der in der Sonne getrocknet und schließlich in einem Dungfeuer gebrannt wird. Dabei verbrennt das in den Lehm eingebettete Material und hinterlässt feine Poren, die zwar Wasser, nicht jedoch Bakterien und andere Krankheitserreger passieren lassen.

Die Herstellung dauert laut Flynn etwa eine Stunde, die Filtration von einem Liter Wasser zwei weitere Stunden. Um die Verbreitung der Technik zu erleichtern, lasse man sie absichtlich nicht patentieren, so der Forscher. "Ein einfacher Wasserfilter könnte in den Entwicklungsländern sehr viele Leben retten." Laut Schätzung der Vereinten Nationen haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Foto: Australian National University


Forschung: Tony Flynn, Department of Engineering, Australian National University, Canberra, ACT

WWW:
Materials Science and Engineering, ANU
UN-World Water Assessment Programme
- Meeting Basic Needs

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