4.1.2005, 12:38 Uhr
Magnetfelder in planetarischen Nebeln nachgewiesen

Magnetfelder sind für die spektakulären Formen planetarischer Nebel verantwortlich. Direkte Belege für diese Vermutung liefern erstmals die Beobachtungen eines deutschen Astronomentrios. Wie die Forscher im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics" berichten, ist das Licht von vier Nebel-Zentralsternen merklich polarisiert - ein Hinweis darauf, das es von Atomen in einem starken Magnetfeld ausgesandt wurde.

Planetarische Nebel gehen auf sonnenähnliche Sterne zurück, die sich am Ende ihres Lebens regelrecht aufblähen und ihre äußere Gashülle abstoßen. Diese langsam expandierende Hülle, durch den sterbenden Stern zum Leuchten angeregt, weist jedoch nur selten die Form einer Kugelschale auf. Häufiger sind die Nebel elliptisch oder bipolar und lassen an Uhrgläser oder sogar Augen denken.

Zwei planetarische Nebel, einer schmetterlingsförmig, der andere kugelrund

Kosmische Schönheiten: Der Schmetterlingsnebel NGC 6302 und Abell 39. Bilder: ESO und WIYN/NOAO/NSF

Als mögliche Ursachen für diese Formen wurden eine schnelle Rotation des Zentralsterns, die Schwerkraft eines Begleitsterns und Magnetfelder des sterbenden Sterns diskutiert. Effekte solcher Magnetfelder konnten Stefan Jordan von der Universität Heidelberg und seine Kollegen aus Tübingen und Bamberg nun bei vier planetarischen Nebeln beobachten. Bei den Objekten mit den Bezeichnungen NGC1360, LSS 1362, EGB5 und Abell 36 herrschen demnach einige Tausend Mal stärkere Magnetfelder als an der Erdoberfläche.

Ihre Beobachtungen führten die Astronomen mit einem der Großteleskope der europäischen Südsternwarte in Chile durch. Dabei fanden sie, dass das Licht der vier Zentralsterne zu etwa 0,1 Prozent polarisiert ist. Aus diesem Effekt schließen die Forscher auf magnetische Flussdichten von bis zu 3.000 Gauß. Derart starke Magnetfelder könnten die bipolare Form planetarischer Nebel erklären, indem die Gashülle dem Zentralstern an dessen magnetischen Polen leichter entkommt als am Äquator.


Forschung: Stefan Jordan, Astronomisches Rechen-Institut, Universität Heidelberg; Klaus Werner, Institut für Astronomie und Astrophysik, Universität Tübingen; Simon J. O'Toole, Dr.-Remeis-Sternwarte Bamberg, Astronomisches Institut der Universität Erlangen-Nürnberg

Veröffentlichung in Astronomy & Astrophysics, DOI 10.1051/0004-6361:20041993

WWW:
Planetary Nebulae and the Future of the Solar System
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