18.11.2004, 12:15 Uhr
Rauchen liegt (auch) in den Genen
Rauchen ist auch eine Frage der Gene, hat eine niederländische Psychologin bei Zwillingsstudien ermittelt. Mehrere Regionen des Erbguts beeinflussen demnach die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person mit dem Rauchen beginnt, und wie viele Zigaretten sie pro Tag raucht.
Insgesamt überwiege jedoch der Einfluss der Umwelt, betont Jacqueline Vink von der Freien Universität Amsterdam. Rauchten beispielsweise Freunde oder Familienmitglieder, sei es sehr viel wahrscheinlicher, dass ein Teenager ebenfalls mit dem Rauchen beginne und das Laster auch nicht wieder aufgebe.
Für ihre Studie analysierte die Psychologin die Daten von 3.657 im niederländischen Zwillingsregister geführten Geschwisterpaaren und deren Verwandten - insgesamt gut 16.000 Personen. Vererbte Faktoren scheinen demnach zu gut einem Drittel mit darüber zu entscheiden, ob jemand mit dem Rauchen beginnt. Die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten scheint sogar zu gut 50 Prozent von solchen Faktoren abzuhängen, berichteten die Forscherin und ihre Kollegen kürzlich im "Pharmacogenomics Journal".
Um die verantwortlichen Abschnitte des Erbguts einzukreisen, analysierte Vink DNA-Proben von einigen der Geschwisterpaare und deren Verwandtschaft. Eine Region auf dem Chromosom 6 weist demnach eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit für eine Kopplung zwischen den dort liegenden Genen und dem Rauchverhalten auf. Weitere Regionen finden sich auf den Chromosomen 3, 10, und 14. Eine nähere Analyse der betreffenden Abschnitte könnte vielleicht helfen, effektivere Maßnahmen zur Vorbeugung und zur Entwöhnung zu entwickeln.
Forschung: Jacqueline M. Vink und Dorret I. Boomsma, Department of Biological Psychology, Vrije Universiteit, Amsterdam; und andere
Veröffentlicht u.a. in Pharmacogenomics Journal, Vol. 4(4), pp 274-82, DOI 10.1038/sj.tpj.6500255
WWW:
Faculteit Psychologie en Pedagogiek, VU Amsterdam
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