10.2.2005, 12:17 Uhr
Huygens: Erste Winddaten vom Titan
Indem die Sonde Huygens auf Titan niederging, wurde sie von den Winden über dem Saturnmond erfasst. Zwar ging ein Teil der von der Sonde gesammelten Daten verloren. Anhand ihrer Winddrift konnten Wissenschaftler nun dennoch die Verhältnisse in der Atmosphäre Titans rekonstruieren, teilt die Europäische Weltraumbehörde ESA mit.
Huygens Abstieg am 14. Januar war von einer Reihe irdischer Radioteleskope verfolgt worden. Diese empfingen nicht nur die Trägerfrequenz des Huygensschen Datenstroms, sondern auch, wie diese aufgrund des Dopplereffekts durch die Bewegung der Sonde leicht stieg oder sank. In diesen Daten könne man sogar erkennen, wie die Sonde nach und nach ihre Fallschirme öffnete und schließlich auf der Oberfläche Titans aufsetzte, erläutert Michael Bird von der Universität Bonn.
Grafik: ESA
Mit gut 430 Kilometern pro Stunde besonders heftig wehen die Winde Titans demnach in einer Höhe von 120 Kilometern. Nahe der Oberfläche beträgt die Windgeschwindigkeit dagegen nur einige wenige km/h und steigt mit der Höhe allmählich an. Oberhalb von 60 Kilometern wurde Huygens heftig durchgeschüttelt - offenbar herrschten hier turbulente Bedingungen mit starken vertikalen Winden.
Huygens selbst trug ein Experiment zur Messung der Windgeschwindigkeit, das Doppler-Wind-Experiment (DWE). Auf der als Relaisstation fungierenden Saturnsonde Cassini war jedoch nur einer von zwei Empfängern aktiviert worden, sodass ein Teil der Daten verloren ging. "Unser Team hat nun den ersten großen Schritt getan, um die für unsere wissenschaftliche Zielsetzung nötigen Daten zu erhalten", freut sich Bird, der leitende DWE-Wissenchaftler.
Forschung: Michael Bird, Radioastronomisches Institut der Universität Bonn; und andere
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Steife Brise auf Titan
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