21.2.2005, 12:01 Uhr
Kleine Kinder verdienen später weniger

Wer im ersten Lebensjahr nur langsam wächst, weist später ein geringeres Jahreseinkommen auf. Das berichten britische und finnische Mediziner im Fachblatt "Archives of Disease in Childhood". Das Resultat bestätigt ihrer Ansicht nach frühere Studien, denen zufolge ein Zusammenhang zwischen der geistigen Leistungsfähigkeit und der körperlichen Entwicklung besteht.

Allen voran die "Tausend-Familien-Studie" im britischen Newcastle habe ergeben, dass die Intelligenz im elften mit der Körpergröße im dritten Lebensjahr variiere, schreiben die Forscher um David Barker von der University of Southampton. Möglicherweise sei das Gehirnwachstum an das Körperwachstum gekoppelt. Vielleicht mangle es häufig kränkelnden und damit weniger aktiven Kindern aber auch an Umweltstimuli.

Barker und seine Kollegen analysierten Daten von 4.630 Männern, die in den Jahren 1934-44 in Helsinki geboren worden waren. Allein im ersten Lebensjahr war die Körpergröße der Männer im Schnitt achtmal registriert worden, über ihr Einkommen hatten sie zuletzt im Jahr 1990 Auskunft gegeben. Wer mit einem Jahr höchstens 72 Zentimeter groß gewesen war, verdiente im Alter von etwa 50 Jahren durchschnittlich 104.600 Finnische Mark (ca. 17.600 Euro) pro Jahr. Wer es auf über 80 Zentimeter gebracht hatte, verdiente dagegen 151.500 Mark (ca. 25.500 Euro).

Relativ kleine Kinder erzielten später häufiger niedrige Schulabschlüsse und waren häufiger als Arbeiter tätig, berichten die Forscher. "Wir schließen daher, dass mit niedrigen Wachstumsraten in der frühen Kindheit verbundene, biologische Prozesse zu einer lebenslangen Beeinträchtigung kognitiver Funktionen führen." Neben verringerter Kindersterblichkeit und Krankheitsanfälligkeit im Erwachsenenalter sei dies ein weiterer Grund, die frühkindliche Entwicklung zu fördern.


Forschung: David J.P. Barker, MRC Environmental Epidemiology Unit, Southampton General Hospital; und andere

Veröffentlicht in Archives of Disease in Childhood, Vol. 90, pp 272-3, DOI 10.1136/adc.2003.033464

WWW:
MRC Environmental Epidemiology Unit, Southampton
Laws of Developmental Growth
Große Männer verdienen mehr

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