13.12.2004, 20:15 Uhr
Natron zu Erdgas

Am Grund der Tiefsee könnten laufend große Mengen von Erdgas entstehen. Entsprechende Resultate präsentieren drei amerikanische Geowissenschaftler jetzt auf einer Fachtagung in San Francisco. Bei ihren Laborversuchen bildeten sich auf Mineralienoberflächen Methan und andere leichte Kohlenwasserstoffe, wenn Bedingungen ähnlich denen in heißen Quellen herrschten.

Dieser Prozess könnte in der Frühzeit der Erde "Futter" für einige der ersten Mikroorganismen geliefert und gleichzeitig für lebensfreundliche Temperaturen gesorgt haben, glauben William Seyfried und sein Team von der University of Minnesota, Minneapolis. Methan ist ein starkes Treibhausgas und entsteht heute vorrangig auf biologische Weise im Verdauungstrakt von Wiederkäuern und in Feuchtgebieten bzw. Reisfeldern.

Seyfried und Kollegen setzten bei ihren Versuchen eine salzige Lösung von Natriumhydrogencarbonat (Natron) ein, die sie bei einem Druck von 400 Bar und in Gegenwart von Eisenoxid-Mineralien auf 390 Grad Celsius erhitzten. Unter diesen Bedingungen, wie sie natürlicherweise in untermeerischen heißen Quellen (hydrothermalen Vents) an den mittelozeanischen Rücken herrschen, reagierten Natron und Wasser zu Methan, Ethan und Propan, berichten die Forscher auf der Tagung der American Geophysical Union.

Laut Seyfried beginnt die Reaktion, wenn Wasser an der Mineraloberfläche in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten wird. Letzterer reagiert mit Kohlendioxid - in diesem Fall aus dem Natron, am Meeresgrund etwa aus Lava stammend - zu Wasser und Methan. Enthält das Gestein zusätzlich Chrom, wird der letzte Reaktionsschritt stark beschleunigt, fanden die Forscher, sodass neben Methan auch die nächstgrößeren Kohlenwasserstoffe entstehen können.


Forschung: Dionysios I. Foustoukos, Fu Qi und William E. Seyfried, Department of Geology and Geophysics, University of Minnesota, Minneapolis

Präsentation auf dem Fall Meeting 2004 der American Geophysical Union, San Francisco, Abstract B13A-0212

WWW:
Homepage William Seyfried
Hydrothermal Vents

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: