11.1.2005, 9:19 Uhr
Hubble bekräftigt erste Sichtung eines Exoplaneten

Erst kürzlich hatten Astronomen eine Aufnahme präsentiert, bei der es sich vermutlich um den ersten Schnappschuss eines fernen Planeten handelte. Neue Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble stützen nun diese Vermutung. Offenbar ist der vermeintliche Riesenplanet tatsächlich im Schwerefeld einer Beinahe-Sonne gefangen.

Im April letzten Jahres hatten Gael Chauvin von der Europäischen Südsternwarte (ESO) und seine Kollegen 2MASSWJ 1207334-393254 beobachtet. Kurz 2M1207 genannt und im Sternbild der Wasserschlange gelegen, handelt es sich dabei um einen jungen Stern mit zu geringer Masse, als dass in seinem Innern eine Kernfusion hätte beginnen können. Und obwohl dieser Braune Zwerg lediglich Wärmestrahlung abgibt, zeigten die Beobachtungen mit dem Very Large Telescope in Chile ein weiteres, 100-mal weniger leuchtstarkes Objekt in einem Winkelabstand von kaum 0,8 Bogensekunden.

Falschfarben-Bild von 2M1207 und seinem Begleiter

Falschfarben-Bild, erstellt aus drei Infrarot-Aufnahmen bei Wellenlängen von 1,6, 1,1 und 0,9 Mikrometern (rot, grün, blau). Bild: NASA/ESA/G. Schneider (University of Arizona)

In einer Entfernung von gut 225 Lichtjahren entspricht dieser Winkelabstand einer Strecke von etwa acht Milliarden Kilometern - ein Drittel weiter als der mittlere Abstand des Pluto von der Sonne. Chauvin und Kollegen vermuteten daher, erstmals einen Blick auf einen Exoplaneten erhascht zu haben. Allerdings konnten sie noch nicht ausschließen, dass das Objekt weit vor bzw. hinter dem Braunen Zwerg und nur scheinbar in dessen Nähe stand. Bereits im August führten sie daher weitere Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop durch.

In den vier Monaten seit der ersten Beobachtung hatte das Objekt seine Position relativ zu 2M1207 praktisch nicht verändert, berichtet die Gruppe jetzt auf der Tagung der American Astronomical Society in San Diego. Laut Chauvins Kollege Glenn Schneider von der University of Arizona "steht daher mit 99-prozentiger Sicherheit fest, dass es sich bei dem Objekt um einen echten Begleiter handelt". Angesichts der Masse von 2M1207 und der Weite seiner Bahn dürfte der Planet 2.500 Jahre für einen Umlauf benötigen. Jegliche in nur vier Monaten erkennbare relative Bewegung hätte daher belegt, dass das Objekt nicht an den Braunen Zwerg gebunden sei. Allerdings seien weitere Beobachtungen nötig, um absolute Gewissheit zu erlangen.


Forschung: Glenn Schneider, Steward Observatory, University of Arizona, Tucson; Gael Chauvin und Christophe Dumas, European Southern Observatory, Santiago de Chile und Cerro Paranal; und andere

Präsentation auf dem 205th Meeting of the American Astronomical Society, San Diego

WWW:
Homepage Gael Chauvin
Hubble
exoplanets.org
Erste Aufnahme eines Exoplaneten?

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