7.1.2005, 14:36 Uhr
Nase komplizierter als Jumbojet
Strömungsphysiker, die eine Herausforderung suchen, sollten sich der Nase zuwenden. Dieses vorläufige Fazit ziehen britische Ingenieure und Biomechaniker nach Messungen an einem überdimensionalen Modell der Nasenhöhle. Die Luftströmung im menschlichen Riechorgan ist demnach komplexer ist als die an einem Verkehrsflugzeug.
"Die Luftströmung entlang eines Flugzeugs gilt gemeinhin als kompliziert", so Denis Doorly, Luftfahrtingenieur am Imperial College London, "in mancherlei Hinsicht ist sie jedoch einfacher zu verstehen als die Strömung in der Nasenhöhle. Die Geometrie der Nase ist hoch komplex, es gibt keine geraden Linien oder einfachen Kurven wie bei einer Tragfläche."
Aus Schädel-Computertomographien berechneten Doorly und seine Kollegen ein dreidimensionales Modell der Nasenhöhle. Per Rapid-Prototyping-System erzeugten sie daraus wiederum - in zweifacher Vergrößerung - ein greifbares Modell aus durchsichtigem Silikon. Durch dieses Modell pumpen die Forscher mit farbigen Partikeln versetztes Wasser, um die Strömung beobachten und analysieren zu können. "Egal, ob ruhiges Atmen oder rasches Schnüffeln - wir wollen genau wissen, was passiert", sagt Doorlys Kollege Robert Schroter.
Zu den ersten Resultaten des Teams gehört eine Erklärung dafür, warum Menschen die Luft kräftig einziehen, wenn sie einen Geruch genau analysieren wollen. Der rasche Luftstrom lässt demnach Wirbel in der Nase entstehen, die die Duftstoffe besonders gut an die Riechzellen am Dach der Nasenhöhle herantragen. Weitere Untersuchungen an Silikon- und Computermodell könnten Chirurgen bei der Operationsplanung helfen und neue Wege aufzeigen, Medikamente durch die Nase ins Blut zu bringen, hoffen die Wissenschaftler.
Forschung: Robert C. Schroter, Department of Bioengineering, und Denis J. Doorly, Department, Department of Aeronautics, Imperial College London; und andere
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Homepage Denis Doorly
Flow and transport in the human nasal cavity
Voluminöse Nasen riechen gut
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