30.11.2004, 16:26 Uhr
Übergewicht macht die Arterien steif

Übergewicht ist ein unabhängiger Faktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das hat eine britisch-deutsche Forschergruppe nachgewiesen. Selbst wenn Übergewichtige nicht an Begleiterkrankungen wie Diabetes, erhöhten Blutfettwerten oder Bluthochdruck leiden, sind ihre Hauptschlagadern deutlich weniger elastisch als die von Normalgewichtigen.

"Alleine das Übergewicht reicht also aus, um die Elastizität und damit die Funktion der Gefäße zu stören", so Frank Wiesmann vom Universitätsklinikum Würzburg. Gemeinsam mit seinen Kollegen von der Universität Oxford hatte der Kardiologe übergewichtige und normalgewichtige Probanden untersucht.

Per Magnetresonanztomographie (MRT) bestimmten die Mediziner die Elastizität der Aorta und die Herzfunktion. Zwar waren an den Gefäßen der Übergewichtigen noch keine strukturellen Veränderungen feststellbar. Ihre Aortenwände waren jedoch deutlich steifer als normal, berichten die Forscher im Fachblatt "Circulation". Verlieren die Gefäße an Elastizität, fließt das Blut weniger gleichmäßig durch den Kreislauf. Zudem muss das Herz seine Pumpleistung erhöhen.

Derzeit gelten weltweit etwa 300 Millionen Menschen als übergewichtig. Etwa 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind betroffen. Aber auch Kinder entwickeln immer häufiger Übergewicht, bedingt durch eine falsche Ernährung und mangelnde Bewegung.


Forschung: Monique Robinson, Michaela Scheuermann-Freestone, Paul Leeson und Kieran Clarke, Centre for Clinical Magnetic Resonance Research, University of Oxford; Frank Wiesmann, Medizinische Universitätsklinik Würzburg

Veröffentlichung in Circulation, Vol. 110(17) Supplement, III-821

WWW:
OCMR
Universitätsklinikum Würzburg

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