23.11.2004, 11:17 Uhr
Pipelines für mehr Gezeitenkraft
Die Leistung von Gezeitenkraftwerken lässt sich auf relativ einfache Art und Weise erhöhen, ist ein britischer Ingenieur überzeugt. Indem die Unterwasserturbinen nicht freistehend, sondern in großen Röhren montiert werden, könnten sie die Strömungsenergie besonders effizient in elektrische Energie umwandeln.
"Erreicht der Gezeitenstrom eine Geschwindigkeit von 5 bis 6 Knoten, kann man damit seinen gesamten Energiebedarf decken", ist Don Cutler aus dem südenglischen Weymouth überzeugt. Um die Energie der Strömung effizient nutzen zu können, müsse man diese jedoch in geregelten Bahnen auf die Rotoren lenken - etwa mit Hilfe weitlumiger Röhren. "Ist das Wasser erst einmal in der Röhre, kann es nirgendwo anders mehr hin", erklärt Cutler.
Die Tauglichkeit seines Konzepts will der Ingenieur mit einem Prototypen belegen, bei dem fünf gut 15 Meter lange und 1,5 Meter weite Röhren vor Unterwasserturbinen platziert werden. Seinen Berechnungen zufolge, könnte diese Anlage eine Leistung von 1 Kilowatt liefern. Ein Kraftwerk mit 30 Meter weiten Röhren könnte durchschnittlich 1 bis 1,5 Megawatt, bei Springtiden sogar bis zu 6 Megawatt Elektrizität liefern.
Bis sich Cutler in der Kanalstadt Weymouth zur Ruhe setzte, entwickelte er Plattformen für die Ölförderung in der Nordsee. Wieder entfacht wurde sein Eifer durch Pläne, an der Küste große Windkraftanlagen zu errichten. Abgesehen vom optischen Aspekt, arbeiteten Gezeitenkraftwerke sehr viel vorhersagbarer, argumentiert der Ingenieur. Zwar sei das Meerwasser chemisch aggressiv, mit bewährten Betonverankerungen und modernen Werkstoffen könne man dem Problem jedoch beikommen.
Forschung: Don Cutler, Weymouth, Dorset
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Positive Zwischenbilanz für Strömungskraftwerk
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