29.11.2004, 15:47 Uhr
Fossile Blätter künden von Bergluft

Anhand winziger "Atemlöcher" auf fossilen Blättern lässt sich ermitteln, wie hoch der Fundort dereinst über dem Meeresspiegel lag. Das berichtet eine amerikanische Paläontologin im Fachblatt "Geology". Die von ihr entwickelte Methode nutzt aus, dass mit zunehmender Höhe die Luft immer dünner wird, und Blätter daher eine größere Dichte von Spaltöffnungen benötigen, um ihre Photosynthese am Laufen halten zu können.

Laut Jennifer McElwain vom Field Museum in Chicago ist dies die erste weltweit anwendbare und von langfristigen Klimaveränderungen unabhängige Methode. "Sie wird uns helfen zu verstehen, wie schnell einige der bedeutendsten Berge der Erde in die Höhe wuchsen", ist die Forscherin überzeugt. "Sie wird uns auch zeigen, wie der Prozess der Gebirgsbildung Klimamuster und die Evolution von Pflanzen und Tieren beeinflusst hat."

Foto eines Blattfossils inmitten moderner Pendants

Ein 15 Millionen Jahre altes Blattfossil inmitten moderner Pendants. Photo by John Weinstein, courtesy of The Field Museum

Pflanzen nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf, um daraus Kohlenhydrate herzustellen. Den notwendigen Gasaustausch bewerkstelligen feine Öffnungen in der ansonsten hermetisch versiegelten Blattoberfläche. Am Beispiel der Kalifornischen Schwarzeiche (Quercus kelloggii) studierte McElwain nun, wie sich die Zahl dieser Spaltöffnungen pro Blattfläche mit der Höhe ändert. Die Art ist gut geeignet für derartige Untersuchungen, da sie in Höhen von 60 bis 2.440 Metern wächst.

Es zeigte sich, dass die Flächendichte der Spaltöffnungen tatsächlich relativ genaue Rückschlüsse über die Höhe über dem Meeresspiegel zulässt. Das gelte nicht nur für moderne Blätter, sondern auch für viele Millionen Jahre alte Fossilien, so McElwain. Laut der Forscherin beträgt der Fehlerbereich 100 bis 300 Meter und ist damit sehr viel kleiner als bei bisherigen Methoden. Zudem könnten - nach vorheriger Kalibrierung - die unterschiedlichsten Pflanzenarten genutzt werden, sodass die Technik an beliebige Standorte angepasst werden könne.


Forschung: Jennifer McElwain, Department of Geology, Field Museum, Chicago

Veröffentlichung in Geology, , Vol. 32(12), Dezember 2004

WWW:
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