22.2.2005, 16:14 Uhr
Sport schützt vor Parkinson

Wer regelmäßig Sport treibt, weist ein deutlich reduziertes Risiko für die Parkinsonsche Krankheit auf. Das haben amerikanische Mediziner bei der Analyse zweier groß angelegter Studien ermittelt. Männer können ihr Erkrankungsrisiko demnach um bis zu 60 Prozent verringern, berichten die Forscher im Fachblatt "Neurology". Bei Frauen fanden sie dagegen keinen klaren Zusammenhang.

"Ein Schutzeffekt körperlicher Aktivität ist kürzlich an einem Tiermodell der Parkinsonschen Krankheit festgestellt worden", erläutert Alberto Ascherio von der Harvard University in Boston, der Leiter der Studie. Diese Übereinstimmung epidemiologischer und experimenteller Befunde sei besonders wertvoll: "Konsistente Resultate reflektieren mit höherer Wahrscheinlichkeit biologische Mechanismen, die von klinischer Bedeutung sind."

Ascherio und sein Team analysierten Daten aus der Health Professionals Follow-Up Study und der Nurses' Health Study, zwei Langzeitstudien mit jeweils mehreren zehntausend Teilnehmern. Für ihre aktuelle Untersuchung nutzten die Forscher Daten über 48.000 Männer und 77.000 Frauen, die zunächst weder an Parkinson noch Krebs erkrankt waren und keinen Schlaganfall erlitten hatten. Von 1986 bis 2000 gaben die Teilnehmer regelmäßig Auskunft über ihren Lebensstil. In diesem Zeitraum erkrankten 387 von ihnen, 252 Männer und 135 Frauen, an Parkinson.

Jene Männer, die zu Beginn der Studie besonders viel Sport trieben, viele Wege zu Fuß zurücklegten und lieber die Treppe statt den Aufzug nahmen, wiesen ein 50 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko auf als jene, die kaum körperlich aktiv waren. Und waren sie schon als junge Erwachsene ausgesprochene "Bewegungsmenschen" gewesen, war ihr Erkrankungsrisiko sogar 60 Prozent geringer. Nach Ansicht Ascherios "sollten künftige Studien die Frage angehen, ob körperliche Aktivität auch den Verlauf der Parkinson-Erkrankung bremsen kann".

Forschung: Shumin M. Zhang und Alberto Ascherio, Departments of Nutrition und Epidemiology, Harvard School of Public Health, Boston, Massachusetts; und andere

Veröffentlicht in Neurology, Vol. 64(4), 22. Februar 2005, pp 664 ff.

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Scheinoperation hilft Parkinson-Patienten

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