3.3.2005, 12:27 Uhr
Fingerlänge liefert Hinweise auf Gewaltneigung
Die Längen ihrer Zeige- und Ringfinger verraten, wie stark Männer zu Handgreiflichkeiten tendieren. Zu diesem Schluss kommt ein kanadisches Forscherduo im Fachblatt "Biological Psychology". Je kleiner das Längenverhältnis ausfällt, desto ausgeprägter ist demnach die Neigung zu körperlicher Gewalt. Bei Frauen ließ sich kein entsprechender Zusammenhang nachweisen.
Über verbale Aggression oder generell feindseliges Verhalten erlaube das Längenverhältnis jedoch keine Aussage, betont Peter Hurd von der University of Alberto in Edmonton. "Meiner Ansicht nach unterstreichen diese Resultate vor allem, dass ein Teil der Persönlichkeit und des Charakters bereits im Mutterleib festgelegt wird."
Relativ zum Ringfinger, ist der Zeigefinger bei Männern meist kürzer als bei Frauen. Jüngere Studien hatten gezeigt, dass das Längenverhältnis von den Testosteronspiegeln abhängt, denen ein Fötus ausgesetzt ist. Bei der Vermessung und Befragung von 300 jungen Erwachsenen fanden Hurd und seine Studentin Allison Bailey nun, dass damit auch die Tendenz zu physischer Gewalt variiert.
Erst kürzlich hatte ein britischer Forscher festgestellt, dass Männer mit eher "weiblichen" Fingern stärker zu Mathematik und Naturwissenschaften tendieren als zu Geisteswissenschaften. Hurd untersucht derzeit, ob Eishockeyspieler umso häufiger auf die Strafbank müssen, je "männlicher" ihre Finger angelegt sind. Unterschiedliche Resultate bei Persönlichkeitstests ließen sich allerdings nur zu etwa fünf Prozent durch das Fingerlängen-Verhältnis erklären, betont der Psychologe. "Daher wäre es beispielsweise sinnlos, Personen aufgrund ihrer Fingerlängen für bestimmte Berufe auszuwählen."
Forschung: Allison A. Bailey und Peter L. Hurd, Department of Psychology, University of Alberta, Edmonton
Veröffentlicht in Biological Psychology, Vol. 68(3), März 2005, pp 215-22, DOI 10.1016/j.biopsycho.2004.05.001
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