28.2.2005, 12:08 Uhr
Pilze für Skipisten

Unter alpinen Rasenflächen schlummert ein ungeahntes biologisches Potenzial, hat ein schweizerischer Botaniker entdeckt. Auch in großen Höhenlagen findet sich demnach eine große Vielfalt von Bodenpilzen, die zur Sanierung von Skipisten und für den Erosionsschutz eingesetzt werden können.

Erste Feldversuche in St. Moritz und Davos seien erfolgreich verlaufen, so der Schweizerische Nationalfonds in einer Mitteilung. Mit Unterstützung ausgewählter Mykorrhiza-Pilze sei die Pflanzendecke weit schneller zugewachsen als unter pilzfreien Bedingungen. Damit stellten die Mikroorganismen wertvolle Partner für die ökologische Erhaltung der Alpen dar.

Mikroskopaufnahme einer pacmanförmigen Pilzspore

Spore von Pacispora franciscana, einer der neu entdeckten Arten. Foto: Fritz Oehl, Copyright Schweizerischer Nationalfonds.

Dabei stehen je nach Standort unterschiedliche Pilze zur Verfügung, fand Fritz Oehl von der Universität Basel. Der Forscher entdeckte in Bodenproben aus den Schweizer Alpen gut 60 der knapp 200 bekannten Pilze, die mit Pflanzen eine arbuskuläre Mykorrhiza (AM) eingehen. In dieser Lebensgemeinschaft bilden die Pilze bäumchenförmige Strukturen in den Wurzelzellen und beliefern diese mit Mineralien. Im Gegenzug erhalten sie Kohlenhydrate, die bei der Photosynthese in den oberirdischen Pflanzenteilen gebildet wurden.

Anders als bei der Pilzsuche im Herbstwald sind die Bodenpilze nicht mit bloßem Auge identifizierbar. Vielmehr bedient Oehl sich verschiedener Färbemethode, DNA-Analysen und vor allem der unterschiedlich geformten Pilzsporen. Auf diese Weise fand der Forscher gleich mehrere neue Arten und sogar eine neue Gattung von Mykorrhiza-Pilzen. Die mikrobiellen Partner sind demnach in Höhenlagen bis zu 3.000 Metern in großer Vielfalt anzutreffen, deren Zusammensetzung mit Bodentyp und Höhenstufe variiert.


Forschung: Fritz Oehl, Botanisches Institut der Universität Basel

WWW:
Homepage Fritz Oehl
Mykorrhiza

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