8.7.2005, 11:49 Uhr
Fingernägel als Datenspeicher

Ob Chipkarten, Speicherstäbchen oder MP3-Player - Datenträger werden immer kleiner und entwickeln sogar modisches Potenzial. Den letzten Schrei in Sachen Speichertechnik präsentieren japanische Forscher im Fachblatt "Optics Express". Mit kurzen, harten Laserpulsen können sie Datenbits in Fingernägel einbrennen - und das sogar in mehreren Schichten übereinander.

Die Vorteile dieser Technik liegen auf der Hand, schreiben die Physiker um Yoshio Hayasaki von der Universität Tokushima. Der Speicher im Fingernagel ermögliche "einen extrem sicheren Datentransport, der gegen Diebstahl, Fälschung oder Verlust des Speichermediums gefeit ist". Die derzeit erreichbare Speicherkapazität schätzen die Forscher auf bis zu 5 Megabit pro Fingernagel.

Hayasaki und Kollegen führten ihre Versuche an 2 mal 2 Millimeter großen, sorgfältig polierten Fingernagel-Schnipseln durch. Durch ein Mikroskop beschossen sie das Material mit 100 Femtosekunden (Millionen Milliardstel Sekunden) kurzen, tiefroten Laserpulsen. Resultat waren wenige Mikrometer feine Punkte regelrecht verschmorten Hornproteins, die in ultraviolettem Licht besonders stark aufleuchteten.

Indem sie den Objekttisch des Mikroskops computergesteuert horizontal und vertikal bewegten, konnten die Forscher drei Lagen dicht an dicht liegender Datenbits in einen Schnipsel brennen. Künftig sollen die Daten geschrieben und gelesen werden können, ohne den Nagel vom Finger trennen zu müssen, beteuern sie. Die Haltbarkeit der Daten sei allerdings natürlich begrenzt: "Die Datenpunkte sind noch nach 172 Tagen sehr deutlich lesbar. Dies ist auch das generelle Limit für einen Fingernagel-Speicher, da ein Fingernagel durch Wachstum etwa alle sechs Monate vollständig erneuert wird."


Forschung: Akihiro Takita und Yoshio Hayasaki, Department of Optical Science and Technology, University of Tokushima; Hiroaki Misawa, Research Institute for Electronic Science, Hokkaido University, Sapporo; und andere

Veröffentlicht in Optics Express, Vol. 13(12), pp 4560-7

WWW:
Optical Science and Technology, Tokushima University
Die Arbeit online
Nagel und Nagelerkrankungen

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: