7.7.2005, 20:15 Uhr
Massensterben durch prähistorische Brandstifter?
Australien wurde bis zur Ankunft der ersten menschlichen Siedler von gewaltigen Kängurus und flugunfähigen Riesenvögeln bevölkert. Wie es zum Aussterben der Megafauna kam, glaubt eine amerikanisch-australische Forschergruppe herausgefunden zu haben. Wie die Forscher im Magazin "Science" berichten, scheinen vom Menschen gelegte Brände zumindest einigen der Riesen die Lebensgrundlage entzogen zu haben.
"Der Hauptverdächtige ist der Mensch", so Marilyn Fogel von der Carnegie Institution of Washington. Angesichts der starken Veränderungen an der Basis der Nahrungskette sei es allerdings unwahrscheinlich, dass intensive Bejagung oder starke Klimawandel letztlich zu dem Aussterben der Megafauna geführt hätten. "Unseren Befunden zufolge, kann eine vom Menschen ausgelöste Veränderung der Vegetation diesen kritischen Übergang am ehesten erklären."
Eine etwa 60.000 Jahre alte Genyornis-Eischale. Foto: Copyright Gifford H. Miller
Die Forscher um Fogel und Gifford Miller von der University of Colorado, Boulder, untersuchten bis zu 140.000 Jahre alte Eischalen des Emu (Dromaius novaehollandiae) und des riesigen Entenvogels Genyornis newtoni. Die Analyse der im Kalk und in organischen Einlagerungen enthaltenen Kohlenstoff-Isotope ergab, dass sich Emus bis vor etwa 50.000 Jahren sehr abwechslungsreich ernährten und dabei auch reichlich Gräser fraßen. Diese Pflanzen, aufgrund ihrer speziellen Photosynthese zu den C4-Pflanzen gezählt, verschwanden dann jedoch schlagartig vom Speisezettel der Vögel. Ähnliche Resultate ergab die Analyse von Wombat-Zähnen.
Ursache waren plötzliche Vegetationsveränderungen, glauben die Forscher. Und eben diese Veränderungen könnten dazu geführt haben, dass Genyornis, eher ein Nahrungsspezialist, vor 50.000 Jahren nicht mehr ausreichend Nahrung fand. Andere Vertreter der australischen Megafauna teilten dieses Schicksal, vermuten Fogel, Miller und Kollegen. Ihrer Ansicht nach könnten von den ersten Siedlern systematisch gelegte Feuer die Vegetation direkt und - über die Beeinflussung der Niederschlagszyklen - möglicherweise auch indirekt verändert haben.
Forschung: Gifford H. Miller, INSTAAR und Geological Sciences, University of Colorado, Boulder; Marilyn L. Fogel, Geophysical Laboratory, Carnegie Institution of Washington, Washington D.C.; und andere
Veröffentlicht in Science, Vol. 309, 8. Juli 2005, pp 287-90
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Homepage Marilyn Fogel
Australia's Megafauna
Riesen-Sterben durch Klimaveränderung
Australische Wüsten durch menschliche Feuer?
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