7.7.2005, 12:55 Uhr
Warum der Himmel nicht lila ist

Die Farbe des Himmels hängt nicht nur von der Physik ab, sondern auch vom menschlichen Sehsystem. Das hat ein amerikanischer Physiker herausgefunden. Erst die unterschiedlichen Lichtrezeptoren im Auge und die gemeinsame Verarbeitung ihrer Signale sorgen dafür, dass der Himmel blau erscheint - und nicht etwa lila.

Wie stark Sonnenlicht an den Luftmolekülen gestreut wird, hängt von seiner Wellenlänge ab: Langwelliges Licht vom roten Ende des Spektrums wird wenig, kurzwelliges dagegen relativ stark aus seiner Richtung und damit zum Beobachter gelenkt. Violettes Licht ist allerdings noch kurzwelliger als blaues und sollte daher noch stärker zur Farbe des Himmels beitragen.

Warum der Himmel dennoch nicht lila erscheint, erklärt Glenn Smith vom Georgia Institute of Technology in Atlanta im "American Journal of Physics". Der Forscher analysierte Daten über die spektrale Empfindlichkeit der Farbrezeptoren im menschlichen Auge. Trotz des hohen Violett-Anteils wird die Farbe des Himmels demnach nicht als reines Lila wahrgenommen, sondern als Mischung aus Weiß und reinem Blau.

Der Schlüssel zum himmlischen Azur ist die Art und Weise, wie die Farbrezeptoren des Auges auf unterschiedliche Wellenlängen ansprechen. Von diesen Zapfen gibt es drei Typen für den roten, grünen und blauen Bereich des Spektrums. Werden sie in der richtigen Kombination erregt, kann der gleiche Eindruck wie beim Sehen rein einfarbigen Lichts entstehen - ein Phänomen, das unter anderem in Farbbildschirmen ausgenutzt wird.


Forschung: Glenn S. Smith, School of Electrical and Computer Engineering, Georgia Institute of Technology, Atlanta

Veröffentlicht in American Journal of Physics, Vol. 73(7), pp 590-7, DOI 10.1119/1.1858479

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