12.3.2003, 0:00 Uhr
Älteste menschliche Fußabdrücke gefunden

Vor über 325.000 Jahren mühten sich Menschen einen steilen Vulkanhang im Westen Italiens hinauf und hinterließen Fußabdrücke in der Vulkanasche. Das berichten italienische Geowissenschaftler im Magazin "Nature". Ihrer Ansicht nach zeigen die in der versteinerten Asche gut erhaltenen Fußspuren, dass die frühen Bergsteiger sich ausschließlich zweibeinig fortbewegten - von gelegentlichen Stolperern abgesehen.

"Obwohl die Datierung dieser Spuren vorläufig ist, sind sie die ersten menschlichen Spuren aus dem mittleren Pleistozän und damit die ältesten bislang entdeckten", schreiben Paolo Mietto von der Universität Padua und seine Kollegen. Bislang galten etwa 117.000 Jahre alte Abdrücke in Südafrika als die ältesten, von Menschen hinterlassenen Fußspuren. Aus Tansania kennt man sogar 3,6 Millionen Jahre alte Fußstapfen von frühen Vorläufern der Gattung Homo.

Die Fußspuren finden sich westlich des Vulkans Roccamonfina, etwa fünfzig Kilometer nördlich von Neapel. Den Einheimischen als "Teufelsspuren" bekannt, ziehen sie sich einen bis zu 80 Grad steilen Hang hinauf. Die mit über 13 Metern längste Spur folgt einem Zickzack-Muster - anscheinend wollte sich der Verursacher den Aufstieg erleichtern. Die übrigen zwei Spuren verlaufen dagegen in einer geraden Linie. Einer der Menschen kam anscheinend mehrfach ins Stolpern, musste sich abstützen und hinterließ dabei auch deutliche Handabdrücke in der Vulkanasche.

Die Fußstapfen sind rund 20 Zentimeter lang und zehn Zentimeter breit. Mietto und seine Kollegen schätzen, dass die frühen Menschen etwa 1,50 Meter groß waren. Aus der Orientierung von Fersen- und Balleneindrücken schließen sie auf einen aufrechten Gang. Zwar zeigten die Fußstapfen nicht alle bekannten Merkmale einer zweibeinigen Fortbewegung, "die Übereinstimmungen sprechen jedoch für die Annahme, dass sie von vollständig bipedalen Menschen erzeugt wurden."


Forschung: Paolo Mietto, Departimento di Geologia, Paleontologia e Geofisica, Università di Padova, und andere

Veröffentlicht in Nature, Vol. 422, 13. März 2003, p 133

WWW:
The Footprints of Laetoli
Introduction to Ichnology

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