5.7.2005, 11:57 Uhr
Neue Delfinart entdeckt
Die erste Entdeckung einer neuen Delfinart seit 50 Jahren vermeldet ein australisch-amerikanisches Forschertrio. Der Neuling lebt in flachen Küstengewässern vor Nordaustralien und möglicherweise vor Neuguinea. Seine Zukunftsaussichten erscheinen alles andere als rosig.
Isabel Beasley von der James Cook University in Townsville, Queensland, und ihre Kollegen tauften die neue Art auf den Namen "Australian Snubfin Dolphin", auf Deutsch etwa "Australischer Stupsflossen-Delfin". Die wissenschaftliche Bezeichnung Orcaella heinsohni wählten sie zu Ehren des australischen Delfinforschers George Heinsohn.
Foto: Isabel Beasley/James Cook University
Beasley und Kollegen führten eine systematische Untersuchung des Irawadi-Delfins (Orcaella brevirostris) durch, einer vor den Küsten und in großen Flüssen Südostasiens und Nordaustraliens lebenden Art. Dabei zeigten sich klare Unterschiede zwischen den asiatischen und australischen Populationen, berichten die Forscher im Fachblatt "Marine Mammal Science". Diese Unterschiede betreffen unter anderem die Länge der Rückenflosse, das Vorhandensein einer Rückenfurche sowie die Färbung. Genetische Untersuchungen bestätigten den Verdacht, dass es sich um zwei Arten handelte.
Zwar halte sich der Stupsflossen-Delfin in der Regel fern von Booten, erläutert Beasley. In flachen Küstengewässern lebend, sei "er jedoch anfällig für viele vom Menschen ausgehende Bedrohungen wie Hai- und Fischereinetze und Baumaßnahmen". Bislang sei kaum etwas über die Bestandsgrößen bekannt. Der asiatische Vetter des Neulings sei jedoch stark vom Aussterben bedroht.
Forschung: Isabel Beasley, School of Tropical Environmental Studies & Geography, James Cook University, Townsville; Peter Arnold, Museum of Tropical Queensland, Townsville; Kelly M. Robertson, NOAA Southwest Fisheries Science Centre, LaJolla, Kalifornien
Veröffentlicht in Marine Mammal Science, Vol. 21(3), pp 365-400
WWW:
Irawadi-Delfin
Tropical Marine Wildlife Research Group, JCU
Museum of Tropical Queensland
NOAA Southwest Fisheries Science Center
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